Hypothermieschema

Als Hypothermiebehandlung bezeichnet man die gezielte Unterkühlung (Hypothermie) des Körpers, die in der Notfall- und Intensivmedizin eingesetzt wird.

Erste Hinweise auf einen Benefit durch Hypothermie-Situationen folgten aus der Beobachtung, dass beispielsweise Ertrinkungsopfer in kaltem Wasser bessere Überlebenschancen aufweisen. Nachdem in klinischen Studien gezeigt werden konnte, dass nach Reanimationen bei Herz-Kreislauf-Stillstand, z.B. als Folge von Kammerflimmern, die Prognose hinsichtlich des Überlebens und des neurologischen Resultats durch eine gezeilt herbeigeführte Hypothermie verbessert werden konnte, empfehlen Fachgesellschaften wie das (International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) und das European Resuscitation Councils (ERC) den frühzeitigen Einsatz einer therapeutischen Hypothermie nach Reanimation. 

Bei einer Hypothermiebehandlung wird die Körpertemperatur mit unterschiedlichen Methoden gezielt auf 32 – 34°C abgesenkt und für etwa 24 Stunden auf diesem Niveau gehalten.

Der Nutzen einer Hypothermiebehandlung konnte bislang in Fällen einer Reanimation außerhalb des Krankenhauses und bei Kammerflimmern oder ventrikulären Tachykardien (als initialer Rhythmus) gesichert werden. Zunehmend werden Hypothermiebehandlungen auch bei ischämischen Schlaganfällen eingesetzt, zählen dort aber noch zu den experimentellen Verfahren, ebenso wie bei erhöhtem Hirndruck. Bei herzchirurgischen Eingriffen gehören Hypothermiebehandlungen dagegen zur Routine. Darüber hinaus entwickelt die Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin (GNPI) derzeit eine Leitlinie zur Hypothermiebehandlung bei asphyktischen Neugeborenen.

Cyberfussel

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Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

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