Invasive Druckmessung

  • Die invasive Blutdruckmessung findet ihren Einsatz bei

    –  instabilen Kreislaufverhältnissen
    –  Notwendigkeit häufiger Blutgasbestimmung
    –  Einsatz von vasoaktiven Medikamenten

    Diese Art der Blutdruckmessung hat den Vorteil der kontinuierlichen und messgenauen Darstellung des arteriellen Blutdruckes.
    Hämodynamische Störungen können schnell erkannt und deren Therapie optimal überwacht werden.
    Material:

    – arterielle Kanüle
    – Schlauchsystem
    – Spülung (evtl. heparinisiert – je nach Standard der Klinik) mit Druckbeutel
    – Druckaufnehmer
    – arterielles Blutdruckmodul / Verstärker
    – Monitor
    – Verband mit i.v. 3000-Folie zur besseren Beurteilung der Einstichstelle

    Um optimale Messwerte zu erreichen muss der Druckaufnehmer in Höhe des Referenzpunktes eingestellt werden.
    Der Referenzpunkt aller invasiven Messungen ist die Herzhöhe !
    Nach Anschluss der Messung und Einstellung des Referenzpunktes muss das System genullt werden.
    Dazu öffnet man den Dreiwegehahn des Messsystems zum umgebenden atmosphärischen Druck.
    Dieser Nullpunkt dient dann als Basis für die folgende kontinuierliche Messung und sollte einmal pro Schicht und bei Lagewechsel des Patienten bestimmt werden.
    Der Austausch vom Spülsystem, Spüllösung wird in den Kliniken unterschiedlich gehandhabt.
    Wechsel des kompletten Mess-Systems alle 72h (Herstellervorgabe)
    Der regelmäßige Wechsel beugt dem Keimeintrag ins arterielle System vor.
    Blutentnahme der arteriellen Gase durch Swan_Lock-System
    Wechsel der Kanüle ist abhängig vom Zustand der Einstichstelle.

    Fehlerquellen:

    Wenn die arterielle Kurve fehlt muss überprüft werden ob:

    – wie sieht der Patient aus
    – wie sieht das EKG aus
    – NBP – nichtblutig nachmessen !
    – sind periphere und zenrale Pulse tastbar

    Wenn eine lebensbedrohliche Situation ausgeschlossen werden kann, beginnt die technische Fehlersuche.

    Technische Fehler:

    1. gedämpfte Druckkurve

    – Luftblasen oder Blutkoagel im System
    – Kanüle liegt an der Arterienwand an
    – falscher Referenzpunkt
    – Leckage im System
    – „spastische Arterie“
    – Bewegungsartefakte

    2. Zu hohe Druckwerte mit „Schleuderzacke“

    – fehlerhafter Nullabgleich
    – Referenzpunkt zu niedrig

    Komplikationen:

    – Blutung bei Diskonnektion des Systems
    – Hämatome
    – Thrombosen
    – Luftemolien
    – Infektionen
    – Arterienspasmus bis zur Ischämie der betreffenden Extremität
    – Gangrän nach versehentlicher intraarterieller Injektion

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Cyberfussel

Veröffentlicht von

Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Mein Chef behauptet hartnäckig das der Referenzpunkt für die art. Blutdruckmessung die Katheterspitze ist. Hat jemand dazu wissenschaftliche Belege dafür oder dagegen?

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