Grundlagen des EKG`s – Physiologie des Herzens

Unser Herz besteht aus einer Vorhofmuskulatur und Kammermuskulatur und hat ein spezielles Erregungsbildungs- und Leitsystem. Die Muskulatur ist quergestreift und autonom. Der Muskel besteht aus Aktin- und Myosinfilamenten. Bei der Kontraktion gleiten diese ineinander, bei der Erschlaffung gleiten sie zurück. Dies passiert mit Hilfe von Kalziumionen, die sich an das kardiale Troponin binden und die Kontraktion somit ermöglichen. An der Membran der Zellwand herrscht eine geringe elektrische Spannung die durch Ionen (= elektrisch geladene Teilchen) im intra- und extrazellulären Raum entstehen. Wichtig sind die Natrium- und Kaliumionen.

Während des Ruhepotentials (Polarisation) ist die Natriumionenkonzentration extrazellulär am höchsten und die Kaliumionenkonzentration intrazellulär am höchsten. Die Membran ist für Natriumionen undurchlässig für Kaliumionen durchlässig. Das Zellinnere ist positiv geladen das Äußere negativ. Durch Diffusion der K-Ionen wird das Zellinnere negativ.

Wenn ein Stromstoß (Impuls) auf die Muskelzelle trifft wird die Zellwand für Natriumionen durchlässig, für Kaliumionen undurchlässig. Die Zelle wird depolarisiert.

Während der Repolarisation nimmt die Permeabilität für K-Ionen wieder zu, bis hin zur Polarisation.

Jeder Herzmuskelkontraktion geht ein Aktionspotential (= Depolarisation und Repolarisation) voraus. Das Aktionspotential entsteht normalerweise im Sinusknoten.

Das Erregungs- und Leitsystem

Das Herz ist autonom, es erregt sich selber. Normalerweise beginnt die Erregung im Sinusknoten. Dieser liegt im Einmündungsbereich der Vena cava superior im rechten Vorhof. In Ruhe gibt er ca.60-80 Impulse/Minute. Er lässt sich vom vegetativen Nervensystem beeinflussen (Vagus bremst, Sympatikus beschleunigt). Die Erregung geht über 3 Leitungsbahnen zum 2. Erregungszentrum, dem AV-Knoten (Artrioventrikular Knoten). Er liegt im Bereich der Grenze zwischen Vorhöfen und Kammern, in der Septumwand. Wenn der Sinusknoten ausfällt kann er ca.50 Impulse abgeben.  Er bremst die Erregung etwas ab, damit sie sich ganz über das HIS-Bündel zu dem rechten- und linken Tawara- Schenkel ausbreiten kann. Der rechte Schenkel zieht zum rechten Ventrikel, der linke Schenkel zum linken Ventrikel. Sie gehen über in die Purkinje-Fasern, die bei einem Ausfall beider Erregungszentren noch 20-30 Impulse abgeben können.

Diese Erregungsströme des Herzens sind als elektrische Ströme auf dem gesamten Körper messbar. Damit sie von den elektrischen Strömen der Extremitätenmuskulatur nicht überlagert werden, muss der Patient beim EKG schreiben ruhig liegen.

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  • Physikalische Grundlagen des EKGs

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