Ösophagus Kompressionssonden – Sengstakensonde

Die Sengstaken Blakemore Sonde

SengstakenDie Sengstaken Blakemore Sonde besteht aus 3 Lumen.
Sie kommt bei massivsten Blutungen von Ösophagusvarizen zum Einsatz. 1 Lumen zum befüllen des Cardiaballons, 1 Lumen zum befüllen des Ösophagusballons und ein Lumen in den Magen ( Magensonde) mit seitlichen Öffnungen. Die Länge für Erwachsene ist 100 cm, das maximale Füllvolumen vom Magenballon beträgt 250 ml,das vom Ösophagusballon 150 ml.

Klinische Zeichen einer Varizenblutung:

– Zeichen des Volumenmangelschocks
– massives Erbrechen von frischem Blut und Blutkoageln
– Aspiration, Atemnot
– Teerstuhl

Maßnahmen:

– Schockbekämpfung
– Aspirationsprophylaxe, Atemwege frei machen, ggf. Intubation
– großlumige Zugänge
– Monitoring
– auf Arztanordnung Assistenz bei der Einlage einer Sengstaken Sonde

Materialvorbereitung:

– Sonde
– Schutzkleidung, Handschuhe
– 50 ml Spritze ( Blasenspritze)
– 3 bezogene Peanklemmen
– Druckmanometer
– Laryngoskop
– Magillzange
– Absaugung mit großlumigem Absaugkatheter
– Xylocaingel
– Gletgel
– Sekretbeutel
– Moltexunterlage
– Pflaster zur Markierung
– Gewichte

Durchführung:

– Nach dem Entnehmen der Sonde aus der Verpackung -> Kontrolle der beiden Ballons auf Dichtigkeit
– Sonde mit Gleitgel gleitfähig machen
– Nasenloch mit Xylocaingel anaesthesieren 
– Sonde wird vom Arzt eingeführt !
– Sonde durch Nasenloch einführen – Vorsicht ! – bei heftigem Erbrechen Aspirationsgefahr !
– Erst im Magen, d.h. ca. 5 cm vor der Zughalterung ( 50-55 cm) den Magenballon mit 150 ml Luft aufblasen
– Nach dem Befüllen Schlauch mit bezogener Peanklemme abklemmen.
– Sonde vorsichtig zurückziehen bis federnder Widerstand spürbar ist. ( Cardia bei ca. 40 cm) Zug mit 0,25 kg.
– Aufblasen des Ösophagusballons unter Manometerkontrolle bis 35-45 mm Hg und abklemmen des Füllschlauches mit bezogener Peanklemme.
Magenabsaugung und Spülung mit NaCl 0,9% in kurzen Intervallen

Kontrollen nach Sondenplatzierung:

– Druck im Ösophagusballon zuerst halbstündlich, später stündlich kontrollieren
  a) für die ersten 6 h = 35 -45 mmHg
  b) Steht die Blutung = Druck alle 3 h um 5 mmHg senken bis intraösophagialer Druck von 25 mmHg ohne Blutung erreicht ist
  c) alle 6 h Entleerung des Ösophagusdruckes für 5 min. um Drucknekrosen zu vermeiden
– Steht die Blutung bei einem Druck von 25 mmHg wird die Sonde für 12 h belassen
– Danach wird der Druck abgelassen, die Sonde verbleibt aber für weitere 4 h in Position
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Cyberfussel

Veröffentlicht von

Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

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