PiCCO – Messwerte

PiCCO-Messwerte und deren Bedeutung

Herzindex (HI): 3,0 – 5,0 l/min/m² ;
HZV bezogen auf die Körperoberfläche, dient als Parameter für die Herzleistung  

Schlagvolumenindex (SVI): 40 – 60 ml/m²
Die Blutmenge, die das Herz bei jeder Kontraktion (Systole) auswirft (bezogen auf die Körperoberfläche).

Mittlerer arterieller Blutdruck (MAP): 70 – 90 mmHg
Ein optimal regulierter Blutdruck ist für die Perfusion der Organe und damit einer guten Gewebeoxygenierung unerlässlich.
Zur Beurteilung der Kreislaufsituation ist der MAP am besten geeignet, da er im Gegensatz zum systolischen Druck die wirklich treibende Kraft für den peripheren Blutfluss ist und bleibt in der Peripherie konstant.

Intrathorakales Blutvolumen Index (ITBI): 850 – 1000 ml / m²
Das ITBV dient zur Abschätzung der kardialen Vorlast, wobei sich in klinischen Studien das ITBV, insbesondere bei beatmeten Patienten, als präziser im Vergleich zum ZVD und Wedge-Druck erwiesen hat

Globales enddiastolisches Volumen Index (GEDI): 680 – 800 ml / m²
Als Summe der gesamten enddiastolischen Volumina der Vorhöfe und Ventrikel entspricht das GEDV dem gesamten Vorlastvolumen des Herzens.
Das diastolische Volumen beeinflusst entscheidend die Stärke der Ventrikelkontraktion durch Vordehnung des Myokards (Frank-Starling-Mechanismus).
Das Aufrechterhalten eines adäquaten Vorlastvolumens bildet die effektivste Maßnahme zur Erhaltung des HZV.

Extravasales Lungenwasser Index (ELWI): 3,0 – 7,0 ml / kg
Mit Hilfe der Überwachung des EVLW kann die Gefahr einer Volumenüberladung und Überwässerung kritisch kranker Patienten reduziert werden.
Zu einer pathologischen Erhöhung und damit einem interstitiellen Lungenödem kommt es:
1.) Durch eine erhöhte Permeabilität der Lungenkapillaren. Dabei gelangen Plasmaproteine in das Interstitium und ziehen
aufgrund ihres kolloidosmotischen Druckes Wasser mit sich.
2.) Durch einen erhöhten Filtrationsdruck, ausgelöst durch eine Linksherzinsuffizienz oder Volumenüberladung.

Es kann nur in perfundierten Lungenarealen gemessen werden.
Liegt eine Lungenembolie vor kommt es zur Verfälschung der Messwerte.

Pulmonalvaskulärer Permeabilitätsindex (PVPI): 1,0 – 3,0
Besteht ein Lungenödem, erlaubt der PVPI die Unterscheidung, ob ein kardiales Problem oder eine erhöhte Permeabilität der Lungenkapillaren vorliegt.
Ist der PVPI erhöht, liegt ein nicht kardiales Lungenödem vor.

Kardialer Funktionsindex (CFI): 4,5 – 6,5 1/min
Das Verhältnis von HZV zu GEDV wird durch den kardialen Funktionsindex wiedergegeben.
Das diastolische Volumen (Vorlast) ist der entscheidende Faktor für die Stärke der ventrikulären Kontraktion.
Er dient zur Aufrechterhaltung der Strömungskontinuität im Lungen- und Körperkreislauf.

Globale Auswurffraktion (GEF): 25 – 35%
Als globale Auswurffraktion wird derjenige Anteil der Ventrikelvolumina bezeichnet, der während der Systole ausgeworfen wird.

Schlagvolumen-Variation (SVV) / Pulsdruck-Variation (PPV): 10%
Über einen Zeitraum von 30 sec. werden das maximale und das minimale Schlagvolumen bestimmt und daraus die Mittelwerte gebildet.
Die SVV beschreibt, um wie viel Prozent das Schlagvolumen um diese Mittelwerte variiert.
Kommt es zu starken Schwankungen des Schlagvolumens, lässt dies auf ein unzureichendes vasales Volumen schließen.

Systemisch vaskulärer Widerstand Index (SVRI): 1700 – 2400 dyn*s*cm-5*
Der SVR berechnet sich aus dem Übergangswiderstand zwischen dem arteriellen und venösen System und dem HZV der letzten 12 sec.
Der Übergangswiderstand des Kapillarsystems entspricht der Differenz aus MAP und ZVD.
Der SVR wird auch als totaler peripherer Widerstand bezeichnet und beeinflusst direkt die Höhe des diastolischen Blutdrucks. Erhöht ist der SVR häufig bei art. Hypertonie, erniedrigt im Frühstadium der Sepsis und anderen hyperdynamen Kreislaufverhältnissen.

Index der linksventrikulären Kontraktilität (dP/dtmax):
Beschreiben kann man diesen Wert als die Arbeit des linken Ventrikels beim Auswurf des Schlagvolumens in die Aorta.
Die linksventrikuläre Kontraktionsfähigkeit korrespondiert direkt mit der maximalen Anstiegszeit der arteriellen Druckkurve.
Das heißt, je steiler der Anstieg der arteriellen Druckkurve, desto größer die Kontraktilität.
Da aber die Ableitung der arteriellen Druckkurve nicht im linken Ventrikel erfolgt, sondern weiter distal, korreliert die Anlage des arteriellen Katheter in einem möglichst großen Gefäß am besten mit der (dP/dtmax) des linken Ventrikels.

Einteilung:

  • Fluss/Nachlast: HI, SVI, MAP, SVRI
  • Kontraktilität: CFI, GEF, dPmx, SVV
  • Lunge: ELWI, PVPI
  • Volumenmanagement: GEDI, ITBI, SVV, PPV

 

HI (l/min/m²)                    ←       < 3,0      →                       ←        > 3,0         →    
Befund               ↓                 ↓                 ↓               ↓
           GEDI (ml/m²)         < 700           > 700            < 700            > 700
     od. ITBI (ml/m²)         < 850           > 850            < 850            > 850
     ↙       ↘         ↙      ↘         ↙     ↘         ↙    ↘
           ELWI(ml/kg)  < 10   > 10   < 10   > 10   < 10   > 10    < 10    > 10
Therapie     ↓       ↓      ↓       ↓      ↓      ↓        ↓

     ↓
    V+  V+! , Kat    Kat   Kat, V-     V+    V+!      V-
Ziel     ↓       ↓      ↓       ↓      ↓      ↓       ↓
           GEDI (ml/m²) > 700 700-800 > 700 700-800 > 700 700 -850 700-800
       od. ITBI(ml/m²) > 850 850 -1000 > 850 850 -1000 > 850 850 -1000 850-1000
                     SVV (%)   < 10    < 10   < 10   < 10   < 10    < 10    < 10    < 10
       od. CFI(1/min)   > 4,5    > 5,5   > 4,5   > 5,5
           ELWI(ml/kg)      < 10     < 10      < 10      OK!    < 10

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