Rauchfreies Krankenhaus

Durchschnittlich 40% des Pflegepersonals und 20% der Ärzte rauchen. Damit liegt die Gruppe der Schwestern und Pfleger weit über dem Bundesdurchschnitt von 30%. Das vor nicht allzu langer Zeit noch in Teeküchen, Kantinen oder in Umkleide- und Bereitschaftszimmern geraucht wurde, gehört heute der Vergangenheit an.
Hinzu kommt ein großer Anteil von Patienten und Besuchern, die während ihres Krankenaufenthalts rauchen.

Das Krankenhaus nimmt eine Sonderstellung bei den Arbeitsstätten mit Publikumsverkehr ein, denn es ist vor allem ein Ort der Heilung für Patienten. Deshalb sollte im Krankenhaus das gesundheitserhaltende bzw. -fördernde Verhalten bei Beschäftigten, Patienten und Besuchern einen hohen Stellenwert haben.
Im Idealfall sollte das Krankenhaus rauchfrei sein. Anknüpfungspunkt und notwendige Vorraussetzung dafür ist die Umsetzung des Nichtraucherschutzes für die Beschäftigten.


§ 5 Nichtraucherschutz

(1) Der Arbeitgeber hat die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nicht rauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind. Soweit erforderlich, hat der Arbeitgeber ein allgemeines oder auf einzelne Bereiche der Arbeitsstätte beschränktes Rauchverbot zu erlassen.
(2) In Arbeitsstätten mit Publikumsverkehr hat der Arbeitgeber Schutzmaßnahmen nach Absatz 1 nur insoweit zu treffen, als die Natur des Betriebes und die Art der Beschäftigung es zulassen

Zur Umsetzung eines rauchfreien Krankenhauses ist ein koordiniertes Vorgehen wichtig:

  • Bildung von Projektgruppen: Vertreterinnen und Vertreter  von Klinikleitung, Verwaltung, Ärzteschaft,Pflegedienstleitung,Betriebsrat und Personalabteilung schliessen sich zu einer Projektgruppe zusammen.
  • Bestandsaufnahme der Situation -> Hausbegehung
  • Maßnahmen planen und durchführen: Betriebs-/Dienstvereinbarung, Hausordnung formulieren, Beschilderung mit „Rauchverbot“, Aschenbecher und Zigarettenautomaten entfernen, Raucherzone im Außenbereich festlegen (Raucherpavillon), Angebote zur Förderung des Rauchstopps

Angebote die zur Förderung eines Rauchstopps im Krankenhaus durchgeführt werden könnten:

  • Individuelle Raucherberatung
  • Informationsmaterialien auslegen
  • Vermittlung von Kursangeboten in der Region
  • Krankenhauspersonal in der individualen Raucherberatung schulen
  • Durchführung von Entwöhnungskursen (Kursleiter/innenausbildung)
  • Rauchersprechstunde für Personal und Patienten im Krankenhaus einrichten
  • in regelmäßigen Abständen Entwöhnungskurse im Krankenhaus anbieten

Wichtig: informieren und integrieren!

Komunikationswege nutzen: Hauszeitung, Intranet,Aushang u.s.w.

Bei der Umsetzung ist auch eine gute Öffentlichkeitsarbeit und Kontinuität wichtig. z.B. Durchführung eines Informationstages, Pressearbeit, regelmäßige Aktionen zum Rauchstopp, Vernetzung mit anderen rauchfreien Krankenhäusern z.B. über das deutsche Netz rauchfreier Krankenhäuser .

http://www.rauchfrei-info.de/

Quelle: bzga

Cyberfussel

Veröffentlicht von

Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

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