Echokardiographie

Als Echokardiographie ,oder auch Herzsonographie, wird die Ultraschalluntersuchung des Herzens bezeichnet.

Die Echokardiographie ist eine der wichtigsten Routineuntersuchungen, mit welcher der Arzt die Struktur und Funktion des Herzens beurteilen kann. Sie trägt bei einer Vielzahl der kardiologischen Krankheitsbilder entscheidend zur Diagnose und der Planung der Therapie bei.

Das Herz lässt sich über zwei Zugangswege darstellen:

von außen: der Schallkopf wird auf die Brust aufgesetzt (nicht-invasive Form)

von innen: ein kleiner Schallkopf wird über den Ösophagus eingeführt ( transösophageale Echokardiographie)

Nicht nur der Herzaufbau, sondern auch viele dynamische Prozesse werden mittels Echokardiographie sichtbar.

Der Untersucher kann die Blutflussgeschwindigkeiten messen und die Bewegungsabläufe von Herzklappen und Herzwänden bewerten. Bei einer besonderen Form des Herzultraschalls (Belastungsechokardiographie) beurteilt der Arzt die Herzfunktion unter Belastung (Fahrradergometer).

Als ergänzende Untersuchung, etwa bei komplexen Herzfehlern, kann eine Kontrastmittel-Echokardiographie erfolgen.

 

Die Echokardiographie arbeitet mit Ultraschall. Ultraschall besteht aus Schallwellen, deren Frequenz oberhalb der Hörgrenze des menschlichen Ohrs (> 20.000 Hertz) liegt.

Die Schallwellen werden mithilfe elektrischer Kristalle erzeugt, die beim Anlegen einer elektrischen Wechselspannung im Rhythmus dieser Spannung schwingen. Der Schallkopf sendet und empfängt die Schallwellen. Die eingestrahlten Schallwellen werden bei der Echokardiographie am Herzen und dem benachbarten Gewebe unterschiedlich reflektiert und über einen Verstärker am Bildschirm dargestellt.

In der Regel erfolgt die Echokardiographie am liegenden Patienten in Ruhe. In einigen Fällen muss der Arzt die Herzfunktion aber unter Belastung beurteilen. Hierzu kann die Herzaktivität entweder durch körperliche Belastung (Fahrradergometer) oder ein Medikament gesteigert werden. Man nennt diese Form der Echokardiographie „Stressechokardiographie“ oder „Belastungsechokardiographie“.

 

Es kommen bei der Echokardiographie verschiedene darstellende Methoden zum Einsatz: vom eindimensionalen M-Mode-Verfahren bis zur farbkodierten zweidimensionalen Duplex-Sonographie, mit der auch Richtung und Geschwindigkeit des Blutflusses erkennbar werden.

Je nach eingesetztem Verfahren erlaubt die Echokardiographie vielfältige Aussagen über Herzbeschaffenheit und Herzfunktion.

 

Was kann man erkennen?:

 

Größe der Herzhöhlen, Wanddicke der linken Herzkammer, Pumpfunktion / Leistung des Herzens, Form und Funktion der Herzklappen, Form und Durchmesser des aufsteigenden Teils der Aorta, Veränderungen des Perikard, Größe und Bedeutung eines Perikardergusses, Abschätzung des Blutdrucks in der Lungenarterie,angeborene Herzfehlbildungen

 

Bei einer Echokardiographie sind die Risiken generell gering. Der Vorteil der Untersuchung überwiegt die eventuellen Komplikationen und diese betreffen in der Regel die transösophageale Echokardiographie (TEE).

Es können Nebenwirkungen der verabreichten Betäubungsmittel auftreten; seltener noch können Gefäße, Nerven oder Gewebe verletzt werden, wenn der Schlauch durch die Speiseröhre geschoben wird. Die Hauptgefahr besteht darin, dass Rachen und Speiseröhre verletzt werden und es zu Blutungen und Infektionen kommt.

Im Gegensatz zur Standard-Echokardiographie kann die TEE unangenehm sein.

Das Einsetzen des Würgereflexes sowie ein gesteigerter Speichelfluss sind natürliche Reaktionen des Körpers auf einen Fremdkörper und lassen sich somit nicht immer verhindern.

Die transösophageale Echokardiographie kann nicht angewendet werden, wenn ein Ösophaguskarzinom, Ösophagusvarizen vorliegen oder eine erhöhte Blutungsgefahr in der Speiseröhre besteht.

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Cyberfussel

Veröffentlicht von

Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

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