Aktionsphasen des Herzens

Aktionsphasen des Herzens

Die Herzfrequenz beträgt in Ruhe ca. 70/min.
In knapp 1 sec. laufen also die vier Aktionsphasen der Herzkammern (Ventrikel) ab.
Die Anspannungs- und Auswurfphase der Systole sowie die Entspannungs- und Füllungsphase der Diastole, an deren Ende sich die Vorhöfe kontrahieren. Diesen mechanischen Phasen der Herzaktion geht die elektrische Erregung der Vorhöfe bzw. der Kammern voraus.
Die Herzklappen bestimmen die Strömungsrichtung im Herzen, nämlich von den Vorhöfen in die Kammern und von diesen in die Aorta bzw. die Pulmonalarterie.
Das Öffnen und Schließen der Klappen wird von den Drücken beiderseits der Klappe bestimmt.

Herzzyklus:

Am Ende der Diastole entlädt sich der Sinusknoten, der Vorhof kontrahiert sich, und anschließend werden die Kammern erregt.
Der Kammerdruck beginnt zu steigen und übertrifft den der Vorhöfe, so dass die Segelklappen (Mitral- und Trikuspidalklappe) zuschlagen.
Hier endet die Diastole, wobei das endiastolische Volumen (EDV) in der Kammer unter Ruhebedingungen im Mittel ca. 120 ml beträgt, genauer 70 ml/m2 Körperoberfläche (KOF).

Jetzt beginnt die Anspannungsphase, während der sich die Kammern kontrahieren (alle Klappen sind zu: isovolumetrische Kontraktion; I. Herzton), so dass der Kammerdruck sehr rasch ansteigt.
Im linken Ventrikel übersteigt er bei rund 80 mmHg den Druck der Aorta (rechter Ventrikel ca. 10 mmHg), wodurch sich die Taschenklappen (Aorten- und Pulmonalklappe) öffnen.

Damit beginnt die Austreibungsphase, in der die Drücke im linken Ventrikel und in der Aorta ein Maximum von ca. 120 mmHg erreichen.
In dieser frühen Phase wird rasch der größte Teil des Schlagvolumens ausgeworfen, die Stromstärke in der Aortenwurzel seigt auf ein Maximum.
Danach beginnt der Kammerdruck zu sinken, der Rest des Schlagvolumens wird langsamer ausgeworfen, um schließlich unter den Aortendruck bzw. Pulmonaldruck abzufallen, so dass die Taschenklappen zufallen (II. Herzton).
In Ruhe beträgt das Schlagvolumen (SV) im Mittel 80 ml (genauer 47 ml/m2/KOF), so dass die Ejektionsfraktion (= SV/EDV) in Ruhe rund 0,67 (= 67%) beträgt.
In der Kammer verbleibt ein enddiastolisches Restvolumen von ca. 40 ml.

Jetzt beginnt die Diastole mit ihrer isovolumetrischen Entspannungsphase (alle Klappen sind zu).
Inzwischen haben sich die Vorhöfe wieder gefüllt, wozu die durch das Senken der Klappenebene verursachte Saugwirkung während der Austreibungsphase am meisten beigetragen hat.
Der Ventrikeldruck fällt steil ab und der Vorhofdruck ist inzwischen angestiegen, so dass sich die Segelklappen wieder öffnen.

Die Füllungsphase beginnt.
Das Blut fließt jetzt aus den Vorhöfen so rasch in die Kammern ab, das diese bereits nach nur einem Viertel der Diastolendauer zu 80% gefüllt sind.
Die Füllung verlangsamt sich und schließlich kontrahieren sich der Vorhöfe.
Die Vorhofkontraktion trägt bei normaler Herzfrequenz ca. 15% zur Ventrikelfüllung bei.
Bei erhöhter Herzfrequenz ist der Herzzyklus auf Kosten der Diastole verkürzt, so das der Vorhofkontraktion für die Ventrikelfüllung bedeutsamer Wird

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