Fiberoptischer IAB-Katheter

Fiberoptischer IAB-Katheter

Bei konventionellen Kathetern wurde bisher die Inflation und Deflation anhand von der Druckkurve manuell eingestellt.
Durch diese Verfahrensweise war die Gefahr groß, dass der Zeitpunkt der Inflation vor dem Aortenklappenschluß gesetzt wurde, mit dem Effekt, dass der linke Ventrikel ein reduziertes Schlagvolumen generiert hatte und das Restvolumen des linken Ventrikel anstieg.
Wurde der Zeitpunkt der Inflation zu spät gesetzt, entstand ein zu niedriger Perfusionsdruck in den Koronararterien und somit auch ein geringeres O2-Angebot für das Myokard.
Bei einer zu späten Deflation stieg der Arbeitsaufwand des linken Ventrikels, weil der Herzmuskel gegen den noch inflatierten Ballon „ankämpfen“ musste. Dadurch sank das Herzzeitvolumen.
Wenn man zeitgenau, also auch bei Arrhythmien, triggern möchte braucht man eine Technik, die schnell genug ist, jeden Schlag zu erfassen. Dies ist mit der Fiberoptik möglich.

 Funktionsweise:

Der Fiberoptischer Sensor ist in der Katheterspitze integriert und dient der arteriellen Drucküberwachung.
Licht wird im elektronischen System erzeugt und über die Fiberoptik zum Sensor geleitet.
Wie viel Licht vom druckempfindlichen Diaphragma reflektiert und an die Elektronik zurückgegeben wird, hängt vom Druck ab.
Aus den Änderungen der Lichtmenge lässt sich der Druck berechnen.
Der Minimalfluss des Blutes stimmt mit dem Aortenklappenschluß überein.
Dieser wird mit der Dikrot´schen Inzisur auf der Aortendruckkurve dargestellt. Das heißt, nachdem die Aortenklappe geschlossen ist, haben wir eine fast stehende Blutsäule über der Klappe mit einem Blutfluss von nahezu 0%, bis die Windkesselfunktion der Aorta einsetzt.
Da jede Flusskurve das gleiche Form hat, kann man nun den Minimalflusspunkt genau kalkulieren – bevor er geschieht.
Schließlich ist es wichtig zu beachten, dass bei der Kalkulation des Aortenklappenschlusses (bei 20% des Flusses) wir den Schlusszeitpunkt festlegen, bevor er geschieht oder innerhalb des Schlages (mit dem Schlag).
Das bedeutet, man verwendet keine historischen Informationen und kann den Zeitpunkt des Aortenklappenschlusses genau kalkulieren, speziell bei arrythmischen Patienten.
Es wurde eine Studie durchgeführt, die eine 99%ige Genauigkeit in der Bestimmung des Aortenklappenschlusszeitpunktes unter Verwendung des WAVE-Algorithmus demonstriert.

 Die Zeiteinstellung erfolgt anhand des Aortenflusses durch die WAVE-Technologie

WAVE = Windkessel Aortic Valve Equation

  • Konvertiert Druck in den kalkulierten Fluss
  • Lokalisiert den Punkt des minimalen Flusses (Aortenklappenschluß stimmt mit dem minimalen Fluss überein)
  • Minimalfluss kann innerhalb eines Schlages, mit hoher Genauigkeit erkannt werden

 Fieberoptik

  • AP Signal wird unverfälscht dargestellt
  • AP Signal wird in Echtzeit wahrgenommen
  • Ca. 40ms frühere Inflation als bei konventionellen Kathetern
  • Fiber Optik Signal wird bei klinischen Routinen nicht gestört, z.B. Elektrokauter,
  • Kein erneuter Nullabgleich nötig

 Vorteile Fiberoptik

  • Kein Drucktransducer mehr nötig
  • Kein Spülen
  • Keine Unterbrechung des Signals
  • Keine Artefakte durch Bewegung/Transport
  • Höhe des Transducers irrelevant
  • AP-Signal ø 40ms früher

 Autopilot

  • Automatische Erkennung von EKG- und AP-Signal
  • Automatische Triggerauswahl
  • Automatische Zeitsteuerung
  • Wählt automatisch:
    • Bestes Signal
    • Besten Trigger
    • Optimale Zeitsteuerung                               

Mit freundlicher Unterstützung der Fa. Teleflex MEDICAL

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