Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)

EPU   (Elektrophysiologische Untersuchung)

Definition: Untersuchung der elektrischen Funktion am Herzen.

Ähnlich dem 12 –Kanal- Oberflächen- EKG, nur genauer, dBild1a die Messung direkt am Erregungszentrum im Herzen durchgeführt wird.

Indikation: Herzrhythmusstörungen, die im EKG nicht ausreichend diagnostiziert werden können.

  • die nie dokumentiert werden konnten, aber symptomatisch sind.
  • die erst durch Provokationsmanöver ausgelöst werden können.
  • Um den Erregungsablauf und den Ursprungsort darzustellen.

Therapie von Herzrhythmusstörungen:

  • konservativ, mit oder ohne Medikamente.
  • Indikation zum SM,ICD bei bradykarden Rhythmusstörungen.
  • Invasiv mittels Katheterablation ( Verödung).

Bild: Erregungsleitung am Herzen

EPU gibt Auskunft bei

a) bradykarden Rhythmusstörungen

  • Synkope, Kollapszuständen
  • Verdacht auf Sinusknotenerkrankungen
  • Verdacht auf AV-Blockierungen
  • Verdacht auf atriale Leitungsstörungen

 

b) tachykarde Rhythmusstörungen

  • supraventrikulär:
    • AV-Knoten Reentry-Tachykardie
    • Präexatationssyndrom z.B. Wollf-Parkinson-White Syndrom (WPW-Syndrom)
    • Vorhofflattern (Isthmusablation)
    • Vorhofflimmern (Pulmonalvenonisolation)
  • ventikulär.
    • Ventrikuläre Extrasystolen
    • VT (Tachykardie) rechte oder linke Kammer-
    • Kammerflattern
    • Kammerflimmern

Vorbereitung einer EPU

Ähnliche Vorbereitung wie zu einer Koronarangiographie

  • Unterlagen wie EKG, EPU-Aufklärung, Laborbefunde
  • nach Rücksprache mit Arzt Medikamente pausieren(z.B-Blocker,Digitalis,Cordarex ect..)
  • Marcumar pausieren (Quick über 50%)
  • Patient       6Std davor nüchtern lassen
  • schluckweise trinken, um andere Medikamente einzunehmen, ist erlaubt
  • Diazepam bei schwer aufgeregten Pat. ist möglich..
  • rechte Leiste rasieren, Flügelhemd anziehen, Schmuck und Kleidung u.a. auf Station lassen.
  • Patient mit Viggo, Sandsack, Namensaufkleber, im Bett zum EPU-Labor, im Röntgen , Kabine 6 bringen..

Bild:Bild2 Linksherzkatheter Meßplatz:

Ablauf der EPU

  • Lokalanästhesie der rechten Leiste.
  • Punktion der Vena femoralis in Seldinger Technik
  • Einbringen von mehreren Schleusen 6,7,15F, normal 3-4 Schleusen

Bild4

  • Spülung der Schleusen mit heparinhaltigen Nacl0,9%
  • unter Röntgendurchleuchtung werden Katheter über die Schleusen zum Herzen vorgeschoben.
  • An den verschiedenen Gebieten können jeweils typische Signale im intrakardialen EKG abgeleitet werden.
  • Somit können elektrische Impulse an das Herz abgegeben werden.
  • die Erregungszentren können auf ihre Funktion überprüft werden.
    • wie Sinusknotenerholungszeit
    • Atriale- und Ventrikel- Stimulation

Bei Tachykardien: Feststellen des Erregungsablaufes oder den Ursprungs und

evtl..diesen Bereich veröden (Ablation)                                                         .                                     Bild: Schleuse

evtl.mit Hilfe eines 3-D-Mapping Systems.

Nachbetreuung einer EPU

  • die Schleuse wird in der Regel noch im Labor gezogen.
  • ein Verband mit Fixomull und Druckverband wird angelegt.
  • ein Sandsack bleibt, je nach Anordnung,4-6 Std. auf der Einstichstelle
  • weitere Therapie aus dem Untersuchungsprotokoll entnehmen.
  • Antikoagulation kann meist am Tag nach der Untersuchung wieder begonnen werden

(Flattern, Flimmern – Emboliegefahr trotz Verödung besteht weiter)

  • 1-2 Std nach EPU kann Pat. essen und trinken.(siehe Protokoll)
  • engmaschige Kreislaufüberwachung (Schocksymptome beobachten)

Bei komplexen Ablationen und bei Analgosedierung ist eine Intensivüberwachung mit Monitorüberwachung nötig.

  • ECHO um       Perikardergüsse und Tamponaden frühzeitig zu erkennen, laut dem Protokoll .
  • am Folgetag ein12 Kanal Ruhe-EKG
  • Entlassung am Tag nach dem Eingriff ,wenn die Leiste gut verheilt und der Patient mobil ist.

 

Komplikationen:

  • Nachblutung und Hämatom in der Leiste
  • Perikarderguß
  • Perikardtamponade
  • Verletzung des Sinus – AV-Knotens   (AV-Block3.Grades-SM- Indikation,
  • Infektionsgefahr
  • Embolien

Quelle: Dr.med Hansjörg Bauerle (Klinikum Friedrichshafen GmbH)

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