Gewalt in der Pflege

Gewalthandlungen finden eher in Ausnahmefällen zwischen völlig fremden Personen oder im stationären Bereich statt, sondern vermutlich häufiger im häuslichen Bereich zwischen Pflegebedürftigen und den pflegenden Angehörigen. Dazu gibt es jedoch keine Untersuchungen oder repräsentative Umfrageergebnisse im deutschsprachigen Raum.

Gewalt findet aber nicht immer nur gegen den Pflegebedürftigen statt, sondern auch Pflegende erleiden körperliche Misshandlungen oder müssen Schikanen hinnehmen, die von den Pflegebedürftigen ausgehen.

Gewalt erfolgt nicht unbedingt auf physische Art, sondern kann auch in Form von Unterlassen einer erforderlichen Handlung bzw. Vernachlässigung auftreten, sie kann als unmittelbare körperliche Gewaltanwendung (z.B. Schlagen, Stoßen, Haareziehen, sexueller Übergriff) erfolgen , kann sich im missbräuchlichen Einsatz von Medikamenten (z.B. Beruhigungsmittel, Psychopharmaka) oder freiheitsentziehender Maßnahmen (z.B. Bauchgurte, Bettgitter) äußern,liegt vor bei Durchführung von Maßnahmen, die aus pflegerischen und medizinischen Gesichtspunkten verzichtbar wären (z.B. Dauerkatheter, Magensonden), kann verbal angewendet werden (z.B. Beschimpfungen, Beleidigungen), liegt vor bei vorsätzlich grob fahrlässiger und unsachgemäßer Durchführung von pflegerischen Maßnahmen (z.B. die Durchführung einer Blasenspülung durch eine dazu nicht ausgebildete und unbefugte Person) oder kann sich im absichtlichen Unterlassen oder Verzögern pflegerischer Maßnahmen äußern (z.B. bei Harndrang nicht zum WC bringen, kein Anreichen von Getränken und Nahrung)

Was sin Faktoren, die zu Gewalt im Pflegeberuf führen?

  • Unzufriedenheit im Beruf
  • Burnout-Syndrom
  • Ventil für Ärger, Gereiztheit
  • Überlastung im Beruf
  • Unzufriedenheit im privatem Leben

Wie kommt es dazu:

Überlastung und Überforderung fördern die Neigung zu gewalttätigen Handlungen . Belastend wirken Personalmangel, Zeitknappheit und als unbefriedigend empfundene Bezahlung. Pflegekräfte reagieren auf Dauerbelastungen mit Symptomen wie Erschöpfung, Ärger und Gereiztheit. Unter Umständen kann dann der Pflegebedürftige als Sündenbock gesehen werden. Eine überlastete Pflegekraft, die dauerhaft keine Hilfe erhält, kann schließlich mit massiven Störungen reagieren. Dazu gehören Aggressivität, Gewalttätigkeit, Misshandlungen, Depressionen, Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch.

 

http://www.vdab.de/fileadmin/doks/download/infodienst/BGW-Broschuere_Gewalt.pdf

Cyberfussel

Veröffentlicht von

Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

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