Überblick über die Gesundheitsreform 2011

Die Koalition hat sich geeinigt. Nun steht fest, wie unsere Regierung das befürchtete Defizit der gesetzlichen Krankenkassen in den Griff bekommen will.
Die Reform soll ein Mix aus Einsparungen und Erhöhung der Einnahmen werden.
Lt. Philipp Rößler handelt es sich um eine langfristig angelegte Reform.
Hier nun die Änderungen ,die seit 1. Januar 2011 greifen.

Der Krankenkassenbeitrag

Derzeit zahlt ein Arbeitnehmer 7,9 Prozent seines beitragspflichtigen Einkommens an seine gesetzliche Krankenkasse. Dieser Beitragssatz wird auf 8,2 Prozent erhöht.
Der Anteil des Arbeitgebers beträgt aktuell 7 Prozent und soll auf 7,3 Prozent erhöht werden. Das macht einen neuen Beitragssatz von insgesamt 15,5 Prozent aus.
Der Beitrag der Arbeitgeber soll danach nicht mehr erhöht werden. Er wird bei 7,3 Prozent festgeschrieben.

Die Krankenkassen

Festgeschrieben werden auch die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen.
Sie dürfen 2011 und 2012 nicht über die Ausgaben im laufenden Jahr hinausgehen. Das Einsparvolumen soll 300 Millionen Euro betragen. 

Der Zusatzbeitrag

Die Begrenzung der Zusatzbeiträge wird komplett aufgehoben. Bisher durfte ein solcher Beitrag nicht höher als ein Prozent des Einkommens betragen. Eine Höchstgrenze gibt es zwar weiter, doch ist die Organisation eine andere.

Ärzte und Krankenhäuser

Da Kostensteigerungen ausgesetzt wurden, sollen auch die ärztlichen Honorare um 350 Millionen Euro gekürzt werden. Die Hausärzte sollen noch einmal mindestens 500 Millionen Euro weniger bekommen. Die Krankenhäuser erhalten für Mehrleistungen 30 Prozent weniger, was 350 Millionen an Einsparungen bedeuten soll. Die Ausgaben der Krankenhäuser werden an der Lohnentwicklung festgemacht, was noch einmal um 150 Millionen geringere Ausgaben bringen soll.

Medikamente

Das Arzneimittelspargesetz soll teilweise schon ab August diesen Jahres in Kraft treten. Kürzungen der Handelsspannen und Zwangsrabatte sollen die Preise nach unten drücken. Die Pharmahersteller können ihre Preise für neue Arzneien nicht mehr wie bisher selbst festsetzen, sondern müssen sie mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung aushandeln. Auch muss der Nutzen neuer Medikamente nachgewiesen werden. All das soll zwei Milliarden Euro einsparen.

Arbeitskosten

Die Erhöhung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung erhöhen die Lohnnebenkosten. Die Abgaben für die Krankenkassen und die Pflegeversicherung, für die Renten- und Arbeitslosenversicherung steigen 2011 auf 38,55 Prozent, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam tragen. Die Belastung fällt für die Arbeitnehmer höher aus, denn sie zahlen einen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent für die Krankenversicherung. Außerdem wird für kinderlose Arbeitnehmer ein zusätzlicher Beitrag von 0,25 Prozent mehr für die Pflegeversicherung fällig.

Hier kann diskutiert werden !

Weitere Links
http://www.bmg.bund.de/
http://gesundheitspolitik.verdi.de/

Cyberfussel

Veröffentlicht von

Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

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