Critical-Illness-Polyneuropathie (CIP)

Unter der Critical-Illness-Polyneuropathie (CIP) ist eine häufig distal betonte Polyneuropathie, die beim beatmeten Intensivpatienten auftritt und das Weaning verzögern kann.

Sie kann im Rahmen einer andauernden Sepsis, eines Multi-Organ-Versagens oder einer Langzeitbeatmung auftreten.

Die CIP ist relativ häufig. Sie tritt bei ca. 70% der Patienten mit Sepsis oder Multi-Organ Versagen, die länger als 2 Wochen beatmet werden auf.

Die Critical- Illness- Polyneuropathie kann eine oder mehrere Symptome zeigen, wie z.B.

  • symmetrische Paresen von unterer Extremität aufsteigend
  • in schweren Fällen auch obere Extremität und Gesicht
  • Muskelatrophie

Die betroffenen Patienten entwickeln schwere, schlaffe, atrophische Lähmungen. Alle Extremitäten können betroffensein.

Problematisch ist die Beteiligung des Nervus phrenicus (Zwerchfellsnerv). Dies wird im Frühstadium der Erkrankung nur selten erkannt, da die meisten betroffenen Patienten künstlich beatmet sind. Die Probleme treten erst dann in Erscheinung wenn der Patient von der maschinellen Beatmung entwöhnt werden soll.

Es ist keine spezifische Therapie bekannt, die Behandlung ist rein unterstützend. Zentral ist die Behandlung der Grundkrankheit des Patienten.

Eine gute Pflege ist wichtig um Druckläsionen (Dekubitus) zu vermeiden. Die Spontanprognose ist gut. Überleben die Patienten die Grundkrankheit, gewinnen ein großer Teil der Patienten über Wochen und Monate ihre motorischen Fähigkeiten zum überwiegenden Teil zurück.

Problematisch ist evtl. die stark verlängerte Beatmungsdauer mit den damit zusammenhängenden Komplikationen, wie Pneumonie, Tracheomalazie oder eine erneute Sepsis.

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Cyberfussel

Veröffentlicht von

Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

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