K.o.-Tropfen (Knockout-Tropfen)

Dabei handelt es sich um Mixturen aus Barbituraten, Benzodiazepinen, Chloralhydrat, Muskelrelaxantien, aber zunehmend häufig die Partydroge GHB, und deren Vorläufersubstanz GBL, auch Liquid Ecstasy (keinesfalls mit der Wirkung von Ecstasy/Amphetaminen zu vergleichen) genannt.
Diese Substanz wird häufig unbemerkt verabreicht (z.B. in Getränken), um einen anderen Menschen in einen willen- und hilflosen Zustand zu versetzen.
Unter der Wirkung von K.O.-Tropfen kommt es immer wieder zu Raub- und Sexualdelikten.
GHB/GBL gehört zu den dämpfenden Mitteln. Es bewirkt zunächst Wohlbefinden und Entspannung, die Wirkung ist aber stark abhängig von der Person und wird durch den Mischkonsum etwa mit Alkohol unkalkulierbar.
Die Wirkung setzt ca. 15 Minuten nach Verabreichung ein und kann bis zu 4 Stunden anhalten. Als Nebenwirkungen werden Übelkeit ,Erbrechen, Schwindel, Atemnot, Kopfschmerz, Krampfanfälle, Muskelkrämpfe und Verwirrtheit beobachtet.

Betroffene schildern den Verlauf und die Symptome wie folgt:

– Schlagartiger Erinnerungsverlust
– Zweifel daran, dass ein „Blackout“ durch Alkoholkonsum hervorgerufen wurde
– Konzentrationsstörungen
– starke Zweifel an den schlaglichtartigen Wahrnehmungen, vor allem, wenn es für körperliche oder sexuelle Übergriffe keine objektiven Beweise wie serologische Spuren oder Verletzungen gibt.
– Dämmerzustand (wie in Watte gepackt)
– Gefühl der Willen – und Reglosigkeit
– Psychovegetative Auffälligkeiten

Der Nachweis sog. K.O.-Tropfen kann lediglich mit empfindlichen Messmethoden im Serum oder Urin erfolgen. Die Nachweisdauer im Blut beträgt ca. 6 Stunden, im Urin ca. 12 Stunden nach Konsum.

Wegen der einschläfernden Wirkung wird der Zustand der Betroffenen von Sanitätern und Ersthelfern oft falsch eingeschätzt.
Meist wird eine Überdosierung von Schlafmitteln vermutet und dementsprechend eine intensivmedizinische, symptomatische Behandlung vorgenommen.
GHB ist einem Botenstoff im menschlichen Gehirn chemisch ähnlich und wird auch in Stoffwechselprozessen gebildet , er ist also in einer sehr geringen Konzentration ein körpereigener Stoff.

Gerichtsmedizinisch verwertbare Untersuchungen auf GHB sollten sich nicht nur auf Blut (mind. 2 ml – Blutprobe ohne Citratzusatz) beziehen, sondern je nach Intervall zwischen Beibringung von K.O.-Tropfen und Probenentnahme kann auch eine Untersuchung von Urin (ca. 100 ml, mind. im Kühlschrank lagern oder einfrieren) oder ggf. von Haaren empfehlenswert sein.

Begibt sich ein Patient erst viele Stunden oder einige Tage nach der Beibringung der Tropfen zu einem Arzt, kann die Analyse einer Blut- und Urinprobe negativ sein, aber in einer vier Wochen nach der Tat sichergestellten Haarprobe ( 200 – 300 mg Haare, Haaransatz markieren) positiv ausfallen, da die beigebrachte Fremdsubstanz dann ins Haar „eingewachsen“ ist.“ (Information: Rechtsmedizin Bonn)

Ein in Kliniklaboren angebotenes Drogenscreening ist nicht geeignet, eine Intoxination mit K.O.-Mitteln auszuschließen, da zur sicheren Erfassung der möglichen Substanzen (speziell GHB) hochspezifische Analyseverfahren eingesetzt werden müssen.
Da nicht jedes Labor alle als K.O.-Mittel denkbaren Substanze, speziell GHB, nachweisen kann, ist es sinnvoll, das Material zum Beispiel nach telefonischer Kontaktaufnahme an ein Institut für Rechtsmedizin zu schicken.

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