Kardiopulmonale Reanimation

Beim erwachsenen Patienten handelt es sich meist um einen primär kardial bedingten Kreislaufstillstand, deshalb kann beim plötzlichen Herztod von einer Restoxygenation ausgegangen werden.
Deshalb sollte bei Erwachsenen mit festgestelltem Kreislaufstillstand mit 30 Thoraxkompressionen begonnen werden. Um eine gute Organperfusion zu gewährleisten, müssen Thoraxkompressionen möglichst kontinuierlich (100 – 120/min) und effektiv (5 – 6 cm Kompressionstiefe) durchgeführt werden.
Das Verhältnis zwischen Thoraxkompressionen zu Beatmungen beträgt weiterhin 30 : 2.
Eine Beatmung soll 1 s dauern und die Durchführung von 2 Beatmungen sollte nicht länger als 5 s in Anspruch nehmen.
Eine Reanimation über einen bestimmten Zeitraum vor der ersten Rhythmusanalyse und der ersten Defibrillation wird nicht mehr empfohlen. EKG-Rhythmen werden bei einem Kreislaufstillstand in defibrillierbare Rhythmen (Kammerflimmern, pulslose ventrikuläre Tachykardie) und nicht defibrillierbare Rhythmen (Asystolie, pulslose elektrische Aktivität) eingeteilt.

Um die Unterbrechung der Thoraxkompressionen möglichst kurz zu halten wird bei Vorliegen eines defibrillierbaren Rhythmus bis zum vollständigen Laden des Defibrillators die Durchführung der Thoraxkompressionen fortgesetzt.

Nach Beginn der Reanimationsmaßnahmen sollte das Vorliegen von reversiblen Ursachen des Kreislaufstillstands ausgeschlossen werden, wie Hypoxie, Hypovolämie, Hypothermie, Hypo-/Hyperkaliämie, Herzbeuteltamponade, Intoxikation, Thromboembolie,Spannungspneumothorax.

Die endotracheale Intubation zur Atemwegsicherung geht mit einem teils hohen Risiko einer unbemerkten ösophagealen Fehlintubation einher. Die endotracheale Intubation sollte daher nur von erfahrenem und in der Anwendung regelmäßig trainiertem Personal vorgenommen werden. Die korrekte Tubuslage muss durch endtidale CO2-Detektoren mit graphischer Kurvendarstellung gesichert werden.
Alternativ können statt der endotrachealen Intubation supraglottische Atemwegshilfen wie Larynxmasken, Kombituben oder Larynxtuben verwendet werden.
Um die Versorgung der lebenswichtigen Organe während der Reanimation zu verbessern, sollte die Beatmung mit einer möglichst hohen Sauerstoffkonzentration erfolgen. Sobald die Sauerstoffsättigung im Blut zuverlässig bestimmt werden kann, sollte die inspiratorische Sauerstoffkonzentration so angepasst werden, dass die arterielle Sauerstoffsättigung bei 94 – 98 % liegt.

Adrenalin ist das Medikament der ersten Wahl bei Vorliegen eine Kreislaufstillstands jeglicher Ursache. Während des ALS-Algorithmus wird die Gabe von 1 mg (i. v. oder i.o.) alle 3 – 5 min empfohlen. Eine endobronchiale Gabe von Adrenalin wird nicht mehr empfohlen. Zusätzlich zu Adrenalin wird nach der dritten Defibrillation die Gabe von 300 mg Amiodaron empfohlen. Alternativ können 100 mg Lidocain verabreicht werden. Die Anwendung von Atropin bei einer pulslosen elektrischen Aktivität wird nicht mehr empfohlen. Bei vermuteter oder nachgewiesener Lungenembolie sollte eine Thrombolyse auch während der CPR erwogen werden.

http://www.grc-org.de/leitlinien05/cat_view/6-wissenschaft/1-leitlinien/27-leitlinien-2010

Teil 1

Teil 2

Cyberfussel

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Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

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