Pest

Sie ist noch nicht verschwunden, sie ist noch da.
Laut einem Bericht in der Zeitung (SZ,3.1.2011), sind in Madagaskar 5 Menschen an der Pest gestorben.“ Vor allem der Tod eines 13 Jährigen Mädchens habe Panik ausgelöst. Insbesondere in der Regenzeit gibt es in Madagaskar immer wieder Fälle von Pest.“
Die Pest wird vom Bakterium Yersinia pestis ausgelöst. Das Bakterium gehört zu dern Zoonosen.
Zoonosen sind von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbare Infektionskrankheiten. Erreger aus dieser bakteriellen Gruppe sind für große historisch bedeutsame Seuchen (der schwarze Tod)  verantwortlich und stellen zudem potentielle Biowaffen dar (Milzbrand, Pest). Endemisch kommt die Pest heute noch in Nord- und Südamerika, sowie in Afrika und Asien vor.
Der natürliche Lebenszyklus spielt sich dabei zwischen dem Nagetierreservoir (Ratte) und dem entsprechend angepassten Nagetierfloh als Überträger (Vektor) von Yersinia pestis ab. Aufgrund der häuslichen Nähe von infizierten Ratten oder (seltener)  anderen Nagern können infizierte Flöhe auf den Menschen treffen und ihn beissen. Infizierte Ratten können an der Pest sterben. (Wenn die Ratte stirbt dann kommt die Pest).
Die Pest kann sich in verschiedendn Formen manifestieren:
1.Beulenpest, mit 75% die häufigste Form
Nach dem Einbringen des Pesterregers kommt es innerhalb von 2-6 Tagen zu schmerzhaften Schwellungen der drainierenden Lymphknoten mit Fieber und Schüttelfrost. Häufig kommt es zu Blutungen innerhalb der Lymphknoten, so daß diese bläulich-schwarz durch die Haut schimmern. Sofern die Lymphknoten geschlossen sind, besteht keine Ansteckungsgefahr. Erst  durch nachfolgende hämorrhagische Septikämie gelangt der Erreger in die Lungen und verursacht die
2. sekundäre Lungenpest > 10%) . Jetzt kann er durch Ärosole direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die dadurch innerhalb von 1-2 Tagen bei der angehusteten Kontaktperson entstehende
3. primäre Lungenpest (5%)  ist durch eine Bronchopneumonie mit blutigem Sputum und Dyspnoe charakterisiert. Dabei drohen Herzinsuffizienz und Kreislaufversagen.

Selten ist die
4. Hautpest, deren Grundlage infizierte Mikrotraumen sind.

Diagnostik:
Erregernachweis (Kultur) aus relevanten Patientenmaterialien (Bubonen= Beulenaspirat, Blutkulturen, Sputum
Mikroskopie: gramnegative Stäbchen, die wie Sicherheitsnadeln aussehen. Immunfluoreszenzmikroskopie (Einsatz spezifischer Antikörper)
Die Letalität der unbehandelten Beulenpest liegt bei  50 – 60%, die der unbehandelten Lungenpest  bei 100%

Therapie:
Tetracyclin, Streptomycin, Fluorchinolone, Sulfonamide

Für Risikopersonen (ärztliche Tätigkeit in einem Risikogebiet) gibt es eine aktive Impfung. Bei Exposition muß zusätzlich eine Antibiotikaprophylaxe durchgeführt werden.

Verdacht, Erkrankung, Tod und Erregernachweis sind meldepflichtig.
Die Pest  gehört neben der Cholera und dem Gelbfieber zu den internationalen Quarantänekrankheiten, dh. Isolation für die Dauer der Inkubationszeit.

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