ESWL

ESWL – Extrakorporale Stoßwellen Lithotrypsie.

Steine, die einer Litholyse nicht zugänglich sind oder wenn die Steinauflösung nicht gelingt, kommt die ESWL zum Einsatz.
Häufig sind begleitende Maßnahmen erforderlich, die den Harnabfluss sicherstellen. 
Z. B. die Katheterisierung des Nierengewebes oder eine Harnleiterschienung. Nicht angewandt werden darf die Stoßwellentherapie bei Gerinnungsstörungen, bei Einnahme von Thrombozytenaggregationshemmern oder von Marcumar.
Bei einer akuten bakteriellen Nieren- oder Harnwegsinfektion oder bei Verengungen im oberen Harntrakt und während einer Schwangerschaft.
Bei der ESWL werden Stoßwellen erzeugt, die an der Position des Steines gebündelt werden. Dadurch wird der Stein zertrümmert. 
Prinzip: Stoßwellen setzen sich ohne Unterbrechung fort, solange sie sich in einem Medium gleicher Impedanz (Wellenwiderstand) befinden. Da der Körper fast die gleiche Impedanz besitzt wie Wasser, können die Stoßwellen aus dem Wasser, wo sie erzeugt werden, ungehindert in den Körper eindringen und dort fortgeleitet werden. TreEswl_Extracorporeal_Shock_Wave_Lithotripterffen die Stoßwellen jedoch auf Grenzflächen unterschiedlicher Impedanz (Harnstein), kommt es innerhalb des Steins und an seiner Grenzfläche zu Entwicklung von unterschiedlichen Druck-, Zug- und Scherkräften. Diese Kräfte wirken auf den Stein zerstörerisch und führen zu seiner Zertrümmerung. Die Trümmer werden dann auf natürliche Weise ausgeschieden.
Die Stoßwellen werden durch Funkenentladungen unter Wasser erzeugt und anschließend durch einen „Stoßwellen-Spiegel“ in einem Brennpunkt fokussiert. Die Funken sind dabei für den Menschen ungefährlich, weil sie mit dem Körper nicht in Berührung kommen. Früher mussten die Patienten hierzu auch in einem Wasserbad gelagert werden. Bei den neueren Geräten werden die Stoßwellen durch elektromagnetische oder piezoelektrische Elemente erzeugt, und die Einleitung der Wellen in den Körper erfolgt über ein Wasserkissen und auf die Haut aufgetragenes Gel.
Der Ort der Bündelung der Strahlen wird mittels Röntgen- oder Ultraschallortung bestimmt.
Die Behandlung dauert ca. 30 bis 60 Minute und es werden zwischen 2000 bis 3000 Stoßwellen verabreicht.
Esbesteht die Gefahr einer Gewebeschädigung der Niere. Hämaturie nach der Behandlung ist dadurch möglich. Die Patienten erhalten Beruhigungs- und Schmerzmittel oder eine Periduralanästhesie. In Ausnahmefällen ist auch eine Narkose möglich.

Cyberfussel

Veröffentlicht von

Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

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