Sauerstoffapplikation

Sauerstoffapplikation

Ziel einer Sauerstoffverabreichung ist die Anreicherung der Inspirationsluft mit Sauerstoff um den arteriellen Sauerstoffgehalt des Blutes zu erhöhen.

Bei kardiologischen Erkrankungen, vor allem bei unkompliziertem Myokardinfarkt, ist durch eine Hyperoxämie mit Nebenwirkungen zu rechen.
Aufgrund der vasokonstriktorischen Wirkung von Sauerstoff kann der Koronarwiderstand um 40% ansteigen und der koronare Blutfluss um 30% absinken. Eine Verminderung der Kontraktilität und des Schlagvolumens können die Folge sein. Aufgrund der Bildung von Sauerstoffradikalen besteht die Möglichkeit einer Erhöhung von Reperfusionsschäden.
Über die Pulsoxymetrie sollte deshalb eins SaO2 von 94 – max. 98% angestrebt werden.

Auch nach einer erfolgreichen Reanimation soll eine Hypo- und Hyperoxämie vermieden werden, da aufgrund einer Hyperoxämie im Gewebe oxidativer Stress verursacht wird und postischämisch Neurone schädigen kann. Dies kann zu einer Verschlechterung des neurologischen Outcomes führen.
Ziel sind SaO2-Werte von 94 – max. 98%.

Besondere Vorsicht bei der Sauerstofftherapie sollte auch bei Pateinten mit chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen geboten sein, da der Atemantrieb bei diesen Pateinten über einen verminderten O2-Gehalt des Blutes gesteuert wird. Wird dieser durch eine inadäquate Sauerstofftherapie aufgehoben so entfällt der Atemantrieb, es kommt zur Hypoventilation mit extremem CO2-Anstieg. Dies kann bis zum Atemstillstand führen.
Eine SaO2 von 88 – 92% wird als ausreichend angesehen.

Generell ist stets eine Normoxämie anzustreben, eine Hypoxämie wie auch eine Hyperoxämie sollte vermieden werden.

Applikationsmethoden

Applikation über eine Nasensonde

  • Diese Sonde wird im Nasenloch durch ein Schaumgummipolster fixiert.
  • Es handelt sich um ein sogenanntes Niedrigflusssystem, da nicht das gesamte Inspirationsvolumen mit Sauerstoff versorgt wird. Ein Teil des Volumens besteht aus Raumluft.
  • Die Sauerstoffkonzentration hängt von der Flussrate des O2 und vom Atemzugvolumen des Patienten ab.
  • Die Erhöhung des Flussvolumens um 1l/min führt zu einer Steigerung der Sauerstoffkonzentration von 4%
  • 1l/min = 24% bis 6l/min = 44%
  • Die Effektivität dieser Methode hängt von einem ausreichenden Atemzugvolumen durch die Nase, bei geschlossenem Mund, ab.
  • Der maximale Gasfluss sollte 6l/min nicht überschreiten

Applikation über die Sauerstoffbrille

  • Diese Sonde wird mit den Einflussstutzen in beide Nasenlöcher eingeführt. Fixiert wird sie mittels der beiden O2-führenden Schläuche hinter den Ohren und unter dem Kinn.
  • Auch diese Applikationsart ist ein Niedrigflusssystem.
  • Die Sauerstoffkonzentration ist mit der Nasensonde vergleichbar.
  • Auch diese Methode hängt von einem ausreichenden Atemzugvolumen durch die Nase, bei geschlossenem Mund, ab.
  • Der maximale Gasfluss beträgt 8l/min.

Applikation über eine Gesichtsmaske

  • Die Gesichtsmaske wird auf Mund und Nase aufgesetzt und mit einem Gummiband hinter dem Kopf fixiert. Die Exspirationsluft wird über seitliche Löcher in der Maske abgeleitet.
  • Der Gasfluss sollte mindestens 5l/min betragen (empfohlen 8 – 10l), da es bei einem niedrigen Gasfluss zu einer CO2-Ansammlung in der Maske kommen kann.
  • Die O2-Maske kann eine Sauerstoffkonzentration von 40 – 60% bereitstellen.

Applikation über eine Gesichtsmaske mit Sauerstoffreservoir

  • Bei diesem System kommt es zu einem konstanten Sauerstofffluss in das Reservoir, was zu einer Sauerstoffkonzentration über 60% führt.
  • Eine Flussraten von 6l/min ergibt eine Sauerstoffkonzentration von 60%.
  • Jede Erhöhung der Flussrate um 1l/min erhöht die Sauerstoffkonzentration um 10%
  • Eine Flussrate von 10l/min ergibt nahezu 100%

Probleme der Sauerstoffapplikation

Häufig treten durch die O2-Zufuhr über Nasensonde oder O2-Brille Nasenschleimhautreizungen auf.
Aufgrund des trockenen und kalten Gases entstehen in der Schleimhaut Risse die als Eintrittspforten für Keime in Frage kommen.
Eine Kaltluftbefeuchtung mit destilliertem Wasser (AquaPack) ist nur in geringem Maße wirksam und verhindert Schleimhautirritationen nicht.
Bei längerer Applikation von O2 in höheren Konzentrationen (über 6l/min) empfiehlt es sich intermittierend eine Warmluftbefeuchtung vorzunehmen.
Eine regelmäßige Applikation von Nasensalbe schützt effektiv vor einem Austrocken.

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