GPBB

Glycogenphosphorylase Isoenzym BB (GPBB) ist ein Enzym, welches sowohl im menschlichen Herzen als auch im Gehirn vorkommt. In niedriger Konzentration ist es ebenfalls im Verdauungsapparat, der Blase, der Aorta, der Leber und im Hoden sowie im Fettgewebe und in den Skelettmuskeln vorhanden. 

Beim Herzinfarkt ist die Blutversorgung der Muskelzellen unterbrochen. Durch die Zellschädigung wird Glycogenphosphorylase aus der Zelle in den Blutkreislauf freigesetzt. GPBB gelangt bei einer myokardialen Ischämie in die Blutbahn.
Da GPBB spezifisch für die Herzmuskelzelle ist, lässt es sich bereits 1-3 Stunden nach Zellschädigung im Blut messen und gibt durch seine hohe Herzspezifität schnell Aufschluss über den Grad der Schädigung.

Andere bisher eingesetzte biochemische Marker, wie z.B. Troponin T und I, sind zwar ebenfalls herzspezifisch, jedoch nicht so früh nachweisbar. Sie messen einen erhöhten Wert des jeweiligen Enzyms erst nach 3-6 Stunden ab Schmerzbeginn.
Zwar kommt GPBB auch in Hirnzellen vor, doch ist es unwahrscheinlich, dass das gemessene GPBB aus dem Hirn stammt und nicht aus dem Herzen, da Hirnbestandteile aufgrund der „Blut-Hirn-Schranke“ sehr selten und nur bei schweren Hirnverletzungen in die Blutbahn gelangen.

Cyberfussel

Veröffentlicht von

Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

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