Kontrastmittelinduziertes Nierenversagen

Definition:

  • Durch parenterale Gabe jodhaltiger Kontrastmittel kommt es zu einer akuten Nierenfunktionseinschränkung.
  • Definiert wird das ANV durch einen Anstieg des Serumkreatinins um mehr als 0,5 – 1 mg/dl  oder 25% des Ausgangswertes innerhalb von 2 – 4 Tagen nach Kontrastmittelgabe.
  • In den meisten Fällen geht der oftmals reversible Kreatininanstieg nach 7 – 10 Tagen wieder auf den Ausgangswert zurück.
  • In manchen Fällen kommt es zu einer permanenten Nierenschädigung mit dialysepflichtigem Nierenversagen.

Risikofaktoren:

  • Vorbestehende Nierenfunktionseinschränkung
  • Diabetes mellitus
  • Herzinsuffizienz
  • Nephrotoxische Medikamente
  • Leberzirrhose, Leberinsuffizienz
  • Größere Kontrastmittelmenge (>200ml)

Pathogenese:

Die renale Elimination des Kontrastmittels führt zu einer  Vasokonstriktion der Nierengefäße mit  Auftreten einer renalen Ischämie.
Diese kann direkt zu einer Schädigung des Nierenmarks führen.
Die Abnahme des renalen Blutflusses führt zu einer Reduzierung der GFR. Dies wird durch einen Volumenmangel noch verstärkt.
Zusätzlich wirkt das Kontrastmittel zytotoxisch auf die Nierentubuluszellen und es kommt zu einem erhöhten Anfall von freien Sauerstoffradikalen.

Klinischer Verlauf:

  • Anstieg des Serumkreatinins um >1mg/dl
  • Anstieg des Serumkreatinins innerhalb 2 – 4 Tagen, max. Anstieg nach 3 – 5 Tagen.
  • Normalisierung des Serumkreatinins nach 7 – 10 Tagen

Therapie:

Der Schwerpunkt der Behandlung liegt in der Prophylaxe des Nierenversagens.

Allgemeinmaßnahmen

  • Wahl des Kontrastmittels (Verzicht auf hoch-osmolare Kontrastmittel, Verwendung niedrig-osmolarer Kontrastmittel)
  • Kontrastmitttelmenge, so niedrig wie möglich
  • Einsatz alternativer bildgebender Verfahren

Volumengabe

  • Wichtigster Bestandteil der Prophylaxe ist die Volumengabe vor und nach Kontrastmittelapplikation.
  • Etabliert hat sich die Gabe isotoner (0,9%iger) oder halbisotoner (0,45%iger) NaCl-Lösung. Wobei der isotonen 0,9%igen NaCl-Lösung, aufgrund der größeren Volumenexpansion, den Vorzug gegeben werden sollte.
  • Die Dauer der Volumensubstitution beträgt 6 – 12 Stunden vor der Kontrastmittelgabe, sowie 12 Stunden danach. Je stärker die Nierenfunktionseinschränkung ist, desto länger sollte die Flüssigkeitszufuhr erfolgen.
  • Die Infusionsgeschwindigkeit sollte 1 ml/kgKG/h betragen.

Antioxidative Therapie

  • Die Wirksamkeit von Acetylcystein als Sauerstoffradikalenfänger,  ist umstritten, allerdings sprechen die geringen Nebenwirkungen und der niedrige Preis für den Einsatz des Medikaments.
  • Es werden jeweils 2 x 600 –  1200 mg/Tag 24 Stunden vor der Untersuchung und am Untersuchungstag gegeben.

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