Pflege von Patienten im Delir

Unter einem Delirium versteht man ein ätiologisch unspezifisches hirnorganisches Syndrom.
Delirien sind bei Intensivpatienten eine sehr häufig vorkommende Komplikation.

Es zeigt sich durch:

  • Störung des Bewusstseins
  • Störung der Wahrnehmung
  • Psychomotorische Störungen

Ursachen sind z.B.

  • zentralnervöse Erkrankungen
  • systemische Erkrankungen
  • postoperativ
  • Stoffwechselstörungen
  • Medikamente
  • Drogen (Entzug bei Drogen- oder Alkoholabhängigkeit)
  • Depressionen
  • hohes Alter

Delirauslösende Risikofaktoren sind u.a.:

  • Anwendung von freiheitsbeschränkenden Maßnahmen und Katheter
  • Infektionskrankheiten
  • Schlafentzug
  • Hypoxämie
  • Dehydration
  • Hypotension

Für die Patienten ist das Auftreten eines Delirs oft mit beträchtlichen Folgen verbunden, wie etwa eine höhere Mortalitäts- und Komplikationsrate.
Ein Delirium ist immer ein lebensbedrohlicher Notfall. Die Behandlung muss sofort nach Diagnosestellung, auch ohne die genaue Ursache des Delirs zu kennen, eingeleitet werden. Sicherstellung der Herz-Kreislauffunktion sowie der Atmung. Erregungszustände und Halluzinationen lassen sich symptomatisch mit Neuroleptika behandeln. Die Sympathikusüberstimulation kann symptomatisch mit Clonidin therapiert werden.

Das akute Delir muss kombiniert durch pflegerische und medizinisch-therapeutische Maßnahmen behandelt werden.
Unter Benzodiazepingabe steigt das Risiko ein Delir zu entwickeln. Daher werden diese Stoffe in der Fachliteratur weltweit beim Delir als „nicht erste Wahl Medikament“ diskutiert. Statt dessen werden Neuroleptika oder atypische
Neuroleptika zur Behandlung empfohlen.
Ausnahme ist das Alkoholentzugssyndrom. Hier sind Benzodiazepine sehr geeignet, da sie wie Alkohol an den GABA-Rezeptoren ansetzen und damit eine gute Substitution von Alkohol darstellen.
Bei alkoholabhängigen Patienten erfolgt eine engmaschige klinische Beobachtung und erst beim Auftreten von Entzugserscheinungen der Einsatz einer antideliranten Medikation.
Die Alkoholgabe ist beim manifesten Delir kontraindiziert!
Wichtig ist auch der Schutz vor Selbst- und Fremdgefährdung. gezielte Anwendung von Fixierungen, versuchen dem Patienten Orientierung zu geben.(Zeit,Ort). Strukturierung des Tagesablaufs, nach Möglichkeit Bezugspflege !
Es sollte rechtzeitig auf Bedürfnisse des Patienten eingegangen werden, die dieser meist nicht adäquat mitteilen kann. Dazu zählt Harn- und Stuhldrang, Hunger und Durst etc..

Pflegerische Maßnahmen zur Unterstützung des Patienten:
Fördern der Wahrnehmung (Brille, Hörgerät), Kommunikation,fördern der Orientierung, ausreichende Sauerstoffversorgung, Schmerzbehandlung,stabile Herz-Kreislauf-Situation, ausreichende Ernährung, bei Bedarf
Substitution von Elektrolyten, Flüssigkeit, Stressreduktion, fördern eines normalen Schlaf-Wach-Rhythmus, Mobilität/Frühmobilisation, Angehörige in die Pflege mit einbeziehen.

Artikel wurde gefunden mit den Begriffen:

  • pflege bei delir
  • kommunikation delir
  • was ist ein delir pflege
  • delir hilfe
  • Delir pflegerische Schwerpunkte
  • delir pflegestandard
Cyberfussel

Veröffentlicht von

Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Mehr in Intensivpflege
Ramsay Score

Mit der Ramsay Sedation Score kann die Sedierungstiefe bzw.der Sedierungsgrad beurteilt werden. Sie ist eine der am häufigsten eingesetzten Instrumente...

Schließen