Zöliakie

Die Zöliakie ist eine chronische Darmerkrankung, bei der die Betroffenen das Klebereiweiß Gluten (bzw.
den darin enthaltenen chemischen Anteil Glutenin bei Weizen) nicht vertragen. 

Beim Verzehr von glutenhaltigen Produkten (Getreiden wie Weizen, Roggen, Hafer und Gerste)  kommt es zu schweren Durchfällen. Die Ursache der Erkrankung ist bisher nicht endgültig geklärt. Allerdings geht man davon aus, dass die Betroffenen eine genetische Disposition für die Ausbildung der Erkrankung haben. In 5 bis 10 Prozent aller Fälle gibt es Zöliakie-Erkrankungen unter den Verwandten ersten Grades.

Zöliakie kann von Geburt an bestehen oder sich erst im erwachsenen Alter zeigen. Ausschlaggebend ist die großflächig schädigende Wirkung von Gluten auf den Dünndarm. Dabei werden die Darmzotten zerstört was den Verlust von Verdauungsenzymen zur Folge hat. Es kommt zu schwersten Störungen bei der Aufnahme von Nährstoffen einschließlich Mineralien und Vitaminen..

Die Erkrankung beginnt am Ende des ersten oder Anfang des zweiten Lebensjahres nach Aufnahme von getreidehaltigen Nahrungsmitteln. (Schleime, Breie, Brot, Nudeln). Es kommt nicht sofort zu einer Reaktion. Das in der getreidehaltigen Nahrung enthaltene Gluten braucht ca. 3 bis 4 Monate um den Darm so weit zu schädigen, dass sich die ersten Symptome (Durchfälle) zeigen. Das liegt daran, dass der Darm sehr regenerationsfähig ist. Wegen dieses zeitversetzten Auftretens von Durchfällen kann ein Zusammenhang mit glutenhaltigen Produkten oft nicht sofort hergestellt werden.

Zu Beginn der Krankheit leiden die Kinder an Appetitlosigkeit und werden leicht reizbar. Danach kommt es zu massigen, übelriechenden und fettglänzenden Durchfällen. Wird die Ursache der Durchfälle nicht erkannt, stellen sich Folgeerscheinungen durch mangelnde Nährstoffversorgung ein. Die Betroffenen entwickeln in den folgenden Monaten einen stark geblähten Bauch. Die Kinder haben auffällig magere Beine und ein abgeflachtes Gesäß mit herabhängenden Hautfalten.  (Tabaksbeutelgesäß)

Die Muskelkraft lässt nach, so dass das gerade gelernte oder im Lernen begriffene Gehen nicht mehr geübt wird. Das Körpergewicht wird nicht weiter aufgebaut, es kommt zur Gewichtsabnahme. Die Kinder können kleinwüchsig sein ,oft zeigen sich auch neurodermitische Hautausschläge. Zöliakie ist eine lebenslang bestehende Erkrankung. Daher kann es im Laufe der Zeit immer wieder zu Phasen depressiver Verstimmungen kommen.

In der Labordiagnostik wird nach Antikörpern gegen Gliadin gesucht. Nachweis von Transglutaminase-IgA-Antikörpern. Wird ein
IgA-Mangel festgestellt, sollten zur Sicherheit auch noch die Transglutaminase-IgG-Antikörper bestimmt werden, die die Krankheit eindeutig diagnostiziert.Eine
Biopsie sichert die abschließende Diagnose. Eine positive Gliadin-/ Endomysium Serologie allein reicht nicht aus, um eine sichere Diagnose zu stellen.

Die Therapie besteht in einer lebenslangen glutenfreien Ernährung. Nahrungsmittel, die auf Weizen, Roggen, Hafer und Gerste
basieren, sind zwar nicht strikt verboten, müssen aber genau geprüft werden, ob sie wirklich glutenfrei sind.
Bei konsequenter glutenfreier Diät ist die Prognose der Erkrankung gut, und ein normales, gesundes Leben möglich.

Cyberfussel

Veröffentlicht von

Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

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