Dauerkatheter

Eine Unterscheidung kann nach Bauart, Material oder Verwendungszweck getroffen werden.
Transurethrale Blasenkatheter werden über die Harnröhre in die Blase eingebracht.
Sie werden in transurethrale Einmal- und Dauerkatheter (Verweilkatheter).
Dauerkatheter (DK) sind durch einen an der Spitze angebrachten Ballon selbsthaltend.
Dauerkatheter gibt es aus Kunststoff, Latex oder Silikon.
Anwendung:
– Vollsilikonkatheter z.B. als Suprapubische oder Transurethrale Katheter.
– PVC (Kunststoff) Katheter z.B. Einmalkatheter
Katheter neuester Generation sind teilweise mit einer hydrophilen Beschichtung versehen, die die Gleitfähigkeit zusätzlich erhöht. Katheter zur Langzeitanwendung können mit hauchdünnen
Beschichtungen aus diamantähnlichem Kohlenstoff (diamond-like carbon oder DLC) versehen werden, um eine Keimbesiedelung zu minimieren. Die Auswahl des Materials bestimmt im wesentlichen auch die Liegedauer des Katheters im Patienten.

Liegedauer:
– Latexkatheter -> liegt bei ca. 5 Tagen. (Cave: Latexallergie)/ kann durch zu lange Liegedauer Harnröhrenstrikturen verursachen.
– Silikonkatheter -> Wird als Dauerableitung verwendet und kann bis zu 6 Wochen liegen bleiben.
(Aufgrund der langen Liegedauer von Silikonkathetern werden bei Männern die Anlagen von Suprapubischen Kathetern weniger.)

Neben den unterschiedlichen Formen ihrer Spitze unterscheidet man hier zusätzlich in 2-Wege und 3-Wege Katheter.
Der 2-Wege Katheter hat einen Kanal zur Harnableitung und einen Kanal zum Füllen des Ballons. Dieser Katheter wird zur dauerhaften Harnableitung eingesetzt.
Der 3-Wege Katheter hat neben den oben genannten Kanälen noch einen dritten Kanal, der für Spüllösungen benutzt wird. Dieser Katheter kommt in der Urologie vor allem nach transurethralen Operationen und bei starken Blutungen in der Blase zum Einsatz.
Durch die Spülung wird die Gerinnung des Blutes in der Harnblase verhindert.
Diese Katheter können mit verstärkter Wand ausgeführt sein, damit eine aktive Blasenspülung (z.B.Abziehen von Blutgerinnseln) nicht zu einem Kollabieren des Lumens führt.

Blockung von Kathetern:
Der Füllungskanal des Ballons ist mit einem Ventil ausgestattet, um ein Entweichen des Blockmediums zu verhindern.
Zum Blocken des Ballons kommen steriles destilliertes Wasser, oder eine spezielle 10 % Glycerinlösung zur Anwendung.
Um den Flüssigkeitsverlust bei blockbaren Kathetern zu minimieren (abhängig von Temperatur/ hydrostatischen/osmotischen Druckgradienten) ist 10% Glycerinlsg. besser geeignet als steriles Aqua oder NaCl 0,9%. Wobei NaCl Lösungen Aufgrund der Auskristalisierung des Blockkanals nicht geeignet ist. (Das Material des Ballons verliert dadurch die Fahigkeit sich vollständig zusammen zu ziehen./ Falten und Wulstbildung) Dadurch kann es zur Traumatisierung der Harnröhre kommen.

Katheterarten:

Nelaton
Dieser Katheter besitzt eine geschlossene Hohlspitze mit zwei gegenüberliegenden Augen.
Er kann sowohl für weibliche als auch für männliche Patienten verwendet werden.
Der Nelatonkatheter ist der am häufigsten angewandte Katheter sowohl für transurethrale als auch suprapubische Anwendungen.
Tiemann
Der Tiemannkatheter besitzt eine gebogene konisch zulaufende Hohlspitze, die am Ende leicht verdickt ist. Er besitzt in der Regel nur ein Auge. Durch seine Form eignet er sich besonders zur Katheterisierung der männlichen Harnblase, da die Spitze den Katheter besser durch die Harnröhre führt.
Foley
Der Katheter nach Foley ist eigentlich ein Katheter mit Nelatonspitze, nur dass er einen Ballon zur Fixierung des Katheters in der Blase besitzt. Es werden aber auch andere Katheterformen (z.B. Tiemann) als Foleykatheter verwendet.
Mercier
Der Katheter nach Mercier ist in der Form fast wie der Tiemannkatheter aufgebaut, nur dass seine Hohlspitze nicht konisch zuläuft und er zwei versetzte Augen besitzt.
Couvelaire
Der Katheter nach Couvelaire besitzt eine vorne offene Flötenspitze mit zwei seitlichen Augen. Wegen seiner großen Öffnung an der Spitze wird er häufig für Blasenspülungen verwendet.
Dufour
Der Katheter nach Dufouer ist fast so geformt wie ein Tiemannkatheter, nur dass er zwei versetzte Augen und eine vorne offene Flötenspitze besitzt.
Frohmüller
Er besitzt eine geschlossene Hohlspitze mit drei seitlich versetzten Augen. Die Spitze ist wie beim Tiemannkatheter etwas gebogen, verjüngt sich aber nicht im Durchmesser.
Stöhrer
Er ist ein relativ neuer Katheter. Die Besonderheit dieses Katheters liegt in seiner flexiblen Spitze, die
konisch zuläuft und am Ende eine kleine kugelförmige Verdickung besitzt. Durch diese Spitze lässt sich der Katheter besonders leicht in die Harnröhre einführen, da ein geringerer Druck an der Spitze auf die Harnröhrenschleimhaut ausgeübt wird. Neu an diesem Katheter sind auch die speziell geformten Augen, die eine Verletzung der Schleimhaut auf ein Minimum begrenzen.

Kathetergrößen:
1 ch = 1/3 mm Durchmesser
Die Katheter werden in unterschiedlichen Größen von Charrière 6 – 30 und in Längen von 20 – 40 cm angeboten und sind durch einen Farbcode oder durch den Aufdruck der Größe gekennzeichnet. Seit kurzem stehen auch spezielle Katheter für Frauen zur Verfügung, die nur etwa 10 cm lang sind.

Anwendung:

Grundsätzlich soll ein Katheter nur steril angewendet werden, um eine Keimverschleppung in die Harnblase zu vermeiden. Diese Gefahr besteht allerdings grundsätzlich immer bei Harnröhrenkathetern, da in der Harnröhre immer Keime angesiedelt sind, die dann mit dem Katheter in die Blase mitgenommen werden.
Bei transurethralen Dauerkathetern wird zunächst ein Gleitgel in die Harnröhre eingebracht. (bei Männern)  Anschließend wird der Blasenkatheter eingeführt.
Wenn der Katheter sicher in der Harnblase platziert ist, wird der Ballon mit ca. 15 ml Aqua oder einem Spezialmedium gefüllt.(Die Blockmenge ist meist auf dem Katheter angegeben) Bei Einmalkathetern geht man analog vor, hier gibt es jedoch auch speziell beschichtete Katheter, bei denen ein Gleitgel nicht separat eingebracht werden muss. Diese sind vor allem für den intermittierenden Selbstkatheterismus gedacht.
Suprapubische Blasenkatheter werden mit örtlicher Betäubung eingebracht. Zunächst muss die Harnblase aufgefüllt werden. Anschließend wird oberhalb des Schambeines die örtliche Betäubung ( unter sterilen Bedingungen) gesetzt. Dabei wird die Nadel stetig vorgeschoben, bis Urin aspiriert werden kann. Nun wird der Katheter über eine Hohlnadel gestochen. Anschließend erfolgt die Fixierung über eine Naht oder den Ballon.

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