TUR-Syndrom

TUR-P  – transurethrale Resektion der Prostata

Eine häufige Operationsmethode zur Behandlung der benignen Prostatahypertrophie bei symptomatischer Harnabflussstörung.
Schwerwiegende Komplikationen sind:

  • Myokardinfarkte
  • Lungenödem
  • Nierenversagen
  • Linksherzinsuffizienz
  • Hirnödem

Das Operationsgebiet wird während der Operation , zur Schaffung besserer Sichtbedingungen, mit grossen Mengen Spülflüssigkeit gespült.
Für die Resektion und Koagulation wird elektrischer Strom verwendet, darum kann keine elektrolythaltige Lösung verwendet werden. Sie würde den Strom leiten und Verbrennungen oder Kurzschlüsse verursachen.
Es wird als Spüllösung Wasser mit Zusatz von Mannit oder Sorbit verwendet.
Wenn Spülflüssigkeit in den Kreislauf des Patienten gelangt, kann es das TUR Syndrom – die hypotone Hyperhydratation verursachen.

Bei einer Verletzung des prostatischen Venenplexus, kann darüber die elektrolytfreie Flüssigkeit aufgenommen werden.
Weiterhin ist die Resorbtion der Spülflüssigkeit bei einem zu langen Operationsverlauf aus dem reperitonealen und perivesikalen Raum möglich.

Bei einer einstündigen Resektionszeit können bei einem Druck der Spülflüssigkeit von 50 mmHg ca. 2 Liter resorbiert werden.

  • Gefahr der Volumenüberladung !
  • Hämatokrit fällt ab
  • Osmolarität fällt ab
  • Natrium im Serum fällt ab
  • extrazelluläres Volumen steigt an
  • extravaskuläres Lungenwasser steigt an
  • intrakranielles Volumen steigt an

Symptome:

  • Kardiopulmonal

– Bradykardie
– Hypertension
– Lungenödem
– Zyanose
– Hypotension
– Schock
– endexspiratorisches CO² fällt ab

  • ZNS

– Verwirrtheit
– Übelkeit und Erbrechen
– Sehstörungen
– Krampfanfälle
– Lähmungserscheinungen
– Koma

  • Hämatologisch

– Hyponatriämie
– Hämolyse
– Hyperglykämie

 

Optimal ist eine Spinalanästhesie, da beim wachen Patienten die Zeichen eines TUR Syndroms früher erkannt werden können. Mit Sedativa sollte daher „gespart“ werden.
Beim Patienten in Vollnarkose fällt das TUR Syndrom erst durch Blutdruckschwankungen und Bradykardien und Abfall der Sauerstoffsättigung auf.
Auch der Blutverlust kann durch die Spüllösung nicht eindeutig beurteilt werden.
Die Patienten sollten postoperativ noch 2 Stunden im AWR überwacht werden, da das TUR Syndrom auch verzögert auftreten kann.

Therapie des TUR Syndroms :

  • gezielte Flüssigkeitsrestriktion
  • Gabe von Schleifendiuretika
  • symptomatische Therapie der Hyponatriämie
  • engmaschige Kontrolle des Serum-Natriumspiegels
  • Gefahr der zentralen pontinen Myelinolyse

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