Zentrale Venendruckkurve

Zentrale Venendruckkurve

  • Der Mittelwert des ZVD gilt als Maß für den Füllungsdruck des rechten Ventrikels und dient als Vorlastparameter des rechten Ventrikels.
  • Der zentrale Venendruck ist als einmalige Größe für die Beurteilung des Volumenstatus oft wertlos.
  • Auch Änderungen des ZVD im zeitlichen Verlauf müssen manchmal kritisch hinterfragt werden, vor allem wenn sich die Druckverhältnisse im Thorax aufgrund von akuten Erkrankungen oder  Beatmungsverfahren ändern.
  • Atmung und Beatmung führt zu Schwankungen des ZVD.

Spontanatmung: Bei jeder Inspiration saugt der abnehmende intrathorakale Druck Blut aus der Peripherie in die herznahen Venengebiete, dadurch erhöht sich der venöse Rückstrom zum rechten Herzen. Das Schlagvolumen steigt.

Durch die Inspiration dehnen sich zusätzlich die Lungengefäße und es kommt zu einer Abnahme des venösen Rückflusses zum Vorhof des linken Ventrikels mit der Folge der Abnahme des Schlagvolumens des linken Ventrikels.

Die Inspiration hat somit gegensätzliche Auswirkungen auf die Schlagvolumina des rechten und linken Ventrikels.

Beatmung: Durch die invasive Beatmung erhöht sich der intrathorakale Druck infolge von PEEP und Überdruckbeatmung, dadurch wird der venöse Rückstrom während der Inspiration zum rechten Ventrikel reduziert.

  • Durch die Verschiebung der Ventilebene in Richtung Herzspitze während der Kontraktion der Ventrikel wird das venöse Blut aus den herznahen Venen in die Vorhöfe gesaugt.
  • Verschiedene Lagerungen des Patienten beeinflussen zusätzlich den ZVD.
  • Auch ein erhöhter intraabdomineller Druck wirkt sich auf den ZVD auf.

Aus diesen  Gründen ist die Beurteilung der zentralen Venendruckkurve manchmal wichtiger als der digital angezeigte Wert um Veränderungen des Kurvenbildes zu erfassen.

 

Venendruckkurve A

 

 

Die Venendruckkurve besteht aus 3 positiven Wellen a, c und v; und aus 2 negativen Tälern x und y. Die Venendruckkurve steht in fester Beziehung zum EKG und hat  folgende Bedeutung:

  • a-Welle: Vorhofkontraktion
  • c-Welle: Vorwölbung der Trikuspidalklappe zu Beginn der Ventrikelkontraktion
  • x-Tal: Kontraktion des Ventrikels, Verschiebung der Ventilebene des Herzens in Richtung Herzspitze, dadurch Abfall des Venendruckes (systolischer Kollaps).
  • v-Welle: Füllung des rechten Vorhofes bei geschlossener Trikuspidalklappe
  • y-Tal: Öffnung der Trikuspidalklappe, Bluteinstrom in der rechten Ventrikel  dadurch Druckabfall im venösen System (diastolischer Kollaps).

Interpretation:

  • Fehlende a-Welle: Vorhofflimmern
  • Hohe a-Wellen: Erhöhter Widerstand bei der Vorhofentleerung z.B. Trikuspidalstenose, Pulmonalstenose, rechtsventrikuläre Hypertrophie, pulmonale Hypertonie
  • Riesige a-Wellen: rechter Vorhof kontrahiert gegen die geschlossene Trikuspidalklappe z.B. ventrikuläre Arrhythmien, Herzblock
  • Hohe v-Wellen bei fehlender x-Welle: Trikuspidalinsuffizienz

Die Wedge-Kurve ist das Pendant zur  ZVD-Kurve für den  linken Ventrikel,  und ist in Kurvenmorphologie und Bezeichnung gleich.

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