Endotrachealtubus – Verschiedene Tubusarten

Ein Endotrachealtubus ist ein an beiden Enden geöffneter Schlauch, der in die Trachea zur Sicherung der Atemwege im Bereich der Anästhesie oder Notfallmedizin mittels einer endotrachealen Intubation eingebracht wird.

Endotrachealtuben für Erwachsene besitzen eine Blockmanschette (Cuff). Dieser Cuff kann über einen dünnen Schlauch, der an der Seite des Tubus verläuft, aufgeblasen werden, damit dichtet man die Trachea ab und vermindert so das Risiko einer Aspiration. Am oberen Ende ist der Endotrachealtubus mit einem Verbindungsadapter ausgestattet, passend für den Anschluss an die Beatmungsschläuche oder einem Beatmungsbeutel.
Der Cuff wird mit geringem Luftdruck aufgeblasen (Niederdruckcuff). Dadurch wird die Gefahr von druckbedingten Schleimhautschäden im Bereich der Luftröhre vermindert. Der Druck kann mittels eines Cuffdruckmessers überprüft werden.

Bei Säuglingen oder Kleinkindern werden Tuben ohne Cuff verwendet. Die Abdichtung durch die Schleimhäute ist ausreichend. Nachteil: Der Druck auf die Trachea kann nicht überprüft werden.
Kinder mit Aspirationsgefahr sollten ab dem Neugeborenenalter mit blockbaren Tuben intubiert werden. Ab einem Alter von ca. 5 Jahren sollten routinemäßig blockbare Tuben verwendet werden.

Vor der Intubation muss immer der richtige Tubusdurchmessers ausgewählt werden. Ein zu großer Tubus führt zu Verletzungen durch zu starken Druck.. Ein zu kleiner Tubus verursacht einem erhöhten Atemwegswiderstand und erhöht die Aspirationsgefahr.

Vor allem bei Tuben ohne Cuff kommt es auf die richtige Größe an. Als ungefähren Richtwert kann man die Größe des Kleinfingers verwenden, trotzdem sollte immer noch ein kleinerer und ein größerer Tubus während der Intubation bereitliegen.
Formel zur Berechnung der Tubusgöße:
Alter + 18 = Ch
Ch – 2 : 4 = ID

Je nach Anwendungszweck werden verschiedene Typen von Endotrachealtuben eingesetzt:

  • Murphy-Tubus– Tubus aus PVC , Dieses Modell ist noch mit einem Schutz gegen die Verlegung   der eigentlichen Tubusöffnung versehen, dem Murphy-eye
  • Magill-Tubus – Tubus ohne diese seitliche Öffnung
  • Spiraltubus (Woodbridge-Tubus)- Tubus mit flexibler Metallspirale in der Wand. Dieser flexible Tubus kann bei Bewegungen nicht so leicht aus der Luftröhre herausrutschen und durch die flexible Form kann Platz für den Eingriff geschafft werden
  • Carlens-Tubus – Einlungenanästhesie – Intubation des linken Hauptbronchus. Er besitzt zwei Krümmungen sowie einen Carinahaken um die Platzierung im linken Hauptbronchus zu erleichtern
  • White-Tubus – Einlungenanästhesie – Intubation des rechten Hauptbronchus. Der distale endobronchiale Cuff besitzt eine schlitzförmige Öffnung, über die der rechte Oberlappen beatmet wird
  • EDGAR-Tubus (Endobronchial-Drug and Gas Application during Resuscitation) – Tubus mit Möglichkeit der endobronchiale Medikamenten- und Sauerstoffgabe während der Reanimation

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Cyberfussel

Veröffentlicht von

Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

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