Gewalt in der Pflege / auf der Intensivstation

 

Diese Facharbeit wurde uns mit freundlicher Genehmigung von Sandy Leutert zur Verfügung gestellt. (Bitte beachtet unsere Nutzungsbedingungen. Bei Interesse an diesem Artikel wendet euch bitte an die Verfasserin oder fachpflegewissen.de.)

Gewalt in der Pflege / auf der Intensivstation

Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivpflege

Kurs P

2012-2014

 

Sandy Leutert

Klinikum Friedrichshafen

PG 25

 


Inhaltsverzeichnis

 

  1. Einleitung
  2. Gewalt

2.1 Ursprung und Bedeutung des Wortes Gewalt

2.1.1 Definition Gewalt (deutscher Duden)

2.1.2 Definition Gewalt (Strafgesetzbuch)

2.1.3 Definition Gewalt (Weltgesundheitsorganisation)

  1. Gewaltarten

3.1 Physische Gewalt

3.2 Psychische Gewalt

3.3 Strukturelle Gewalt

3.4 Sexuelle Gewalt

3.5 Soziale Gewalt

3.6 Rituelle Gewalt

  1. Die Situation des Patienten

4.1 Pflegerische Handlungen und Schmerzen

4.2 Fixierung

4.3 Ressourcen

4.4 Angriff an der Persönlichkeit

4.5 Veränderte Situation/ Ausnahmesituation

  1. Mögliche Ursachen

5.1 Arbeitsbelastung/ Zeitdruck

5.2 Schichtdienst

5.3 Kommunikation

5.4 Umgang mit Kritik

5.5 Psychische Belastung

  1. Präventionsmaßnahmen

6.1 Verständnis

6.2 Selbsterfahrung

6.3 Kontrolle bewahren

6.4 Professionalität

6.5 Höflichkeit/ Freundlichkeit

6.6 Bewusst werden

6.7 Ressourcen nutzen

6.8 Kommunikation

6.9 Strukturelle Veränderungen

6.10 Selbstpflege

  1. Fazit
  2. Literaturverzeichnis
  3. Erklärung

 

1. Einleitung

Im Rahmen meiner Fachweiterbildung zur Anästhesie und Intensivpflege, habe ich mir intensiv Gedanken gemacht, welches Thema als Facharbeit für mich von Interesse ist und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich über „Gewalt in der Pflege/ auf Intensivstation“ schreiben möchte.

Leider ist „Gewalt in der Pflege“ selbst heute noch ein großes Tabuthema, über das die wenigsten Betroffenen und ausführenden Pflegekräfte sprechen, weshalb ich es für wichtig erachte, dass über dieses Thema aufgeklärt und kommuniziert wird, um ein besseres Bewusstsein und Verständnis zu schaffen.

Im laufe meiner Recherchen, habe ich mir die Frage gestellt, ob eine Gewaltform existiert, die dem Wohle des Patienten dient. Hierzu gehören meiner Meinung nach Maßnahmen, die aus pflegerischer und medizinischer Sicht unumgänglich sind und der Genesung des Patienten beitragen. So sind zum Beispiel Lagerungsmaßnahmen, Frühmobilisation und die NIV-Therapie, für die Genesung ein wichtiger Aspekt, können aber aus der Sicht des Patienten auf die jeweilige aktuelle Situation bezogen, als Gewaltausübung wahrgenommen werden.

Durch meine Facharbeit möchte ich Kollegen/-innen für das Thema „Gewalt in der Pflege“ sensibilisieren und zum Nachdenken über dieses Thema anregen.

Zusätzlich möchte ich Hilfestellungen geben, die Mir und meinen Kollegen/-innen Möglichkeiten bieten, schwierige Situationen und Probleme frühzeitig zu erkennen und bereits eskalierte Situationen zu entschärfen.

Gewalt kann in vielen Formen ausgeübt werden und sowohl von Patienten als auch von Angehörig gegen das Pflegepersonal, sich selbst oder der gegen die zu pflegende Person gerichtet werden. Jedoch fokussiere ich mich in meiner Facharbeit auf die Gewalt primär vom Pflegepersonal ausgehend, da wir hier nur eine Veränderung durch professionellen Umgang erreichen können.

Das Zentrum für Qualität in der Pflege führt in Kooperation mit der Forsa GmbH, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Prof. Dr. Gabriele Meyer Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit April 2012 ein Studie über Gewaltprävention in der Pflege durch, was die Relevanz des Themas unterstreicht. Das Ergebnis dieser Studie wird voraussichtlich Anfang 2014 erscheinen.

 

2. Gewalt

In den Literaturen und im Internet, sind unterschiedliche Definitionen von Gewalt zu finden, da sie für jeden Menschen individuell in einem anderen Rahmen stattfinden kann.

2.1 Ursprung und Bedeutung des Wortes Gewalt:

Das Wort kommt aus dem althochdeutschen von „walten“.

Wenn es zu körperlichen Anwendung oder zu Zwangshandlungen auf physischer oder psychischer Ebene gegenüber Dritte kommt, spricht man von Gewalt, auch wenn diese Handlungen zum Eingenschutz Dritter durchgeführt wird.

2.1.1 Definition Gewalt (deutscher Duden)

Der deutsche Duden definiert Gewalt als eine „Macht und Befugnis, das Recht und Mittel, über jemanden etwas zu bestimmen und herrschen.

Als Unrechtmäßiges Vorgehen, wodurch jemand zu etwas gezwungen wird. (Gegen jemanden, etwas rücksichtslos angewendete) physische oder psychische Kraft, mit der etwas erreicht wird“

2.1.2 Definition Gewalt (Strafgesetzbuch):

Das Strafgesetzbuch weist verschieden lange Definitionen auf:

Der sog. „traditionell-moderne Gewaltbegriff“

Lang: Danach ist Gewalt jeder körperlich wirkende Zwang durch die Entfaltung von Kraft oder durch eine physische Einwirkung sonstiger Art, die nach ihrer Zielrichtung, Intensität und Wirkungsweise dazu bestimmt und geeignet ist, die Freiheit der Willensentschließung oder der Willensbetätigung eines anderen aufzuheben oder zu beeinträchtigen.
Mittel: Gewalt ist physische Einwirkung, die zu einem die Freiheit der Willensentschließung oder -betätigung beeinträchtigenden körperlich wirkenden Zwang führt.
Kurz: Gewalt ist der (zumindest auch) physisch vermittelte Zwang zur Überwindung eines geleisteten oder erwarteten Widerstandes.

2.1.3 Definition Gewalt (Weltgesundheitsorganisation):

„Der absichtliche Gebrauch von angedrohtem oder tatsächlichem körperlichen Zwang oder physischer Macht gegen die eigene oder eine andere Person, gegen eine Gruppe oder Gemeinschaft, der entweder konkret oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklung oder Deprivation führt“

 

3. Gewaltarten

Die Gewaltarten werden in verschiedene Kategorien eingeteilt, die sich wiederum auf unterschiedlichen Ebenen äußern.

3.1 Physische Gewalt

Bei der Physischen Gewalt besteht der Vorsatz, einen anderen Menschen körperlich zu schaden, verletzen oder ihm seinen Willen aufzudrängen.

Diese Form der Gewalt hinterlässt meist körperliche Verletzungen, die nachgewiesen werden können.

3.2 Psychische Gewalt

Die psychische Gewalt wird auch als seelische Gewalt bezeichnet und lässt sich in die verbale und nonverbale Ebene unterteilen.

Die verbale Gewalt äußert sich durch Worte, die beleidigend und demütigend sind, wohingegen sich die nonverbale Gewalt durch Körpersprache, wie Mimik, Gestik und Körperhaltung widerspiegelt.  Diese Form der Gewalt ist nur schwer nachweisbar.

3.3 Strukturelle Gewalt

Bei dieser Form geht die Gewalt von einer Einrichtung aus, ohne dem Vorsatz, Personen zu schaden.

Hier wird die Gewalt nicht durch eine Person ausgeübt.

3.4 Sexuelle Gewalt

Hier existiert ein körperlicher Übergriff  ohne Einverständnis des Betroffenen mit sexueller Handlung.

3.5 Soziale Gewalt

Bei der sozialen Gewalt findet Ausgrenzung, Einsperrung und Abschirmung statt. Diese Gewaltform geht eher selten von dem Pflegepersonal aus, sondern eher von den Angehörigen.

3.6 Rituelle Gewalt

Rituelle Gewalt wird durch Sekten, Kulten ausgeübt und kann sich in Satanismus und Teufelsaustreibung äußern. Hier wollen die Verantwortlichen eine Dominanz gegenüber dem Anderen erreichen.

 

4. Die Situation des Patienten:

Für Patienten gibt es die unterschiedlichsten Situationen, die als Gewalt wahrgenommen oder empfunden werden können.

Wird von Gewalt in der Pflege gesprochen, ist oft die physischen Gewalt gemeint, jedoch erfährt der Patient häufiger psychische Gewalt durch die Pflegekraft.

Nachfolgend weise ich vereinzelt Beispiele und Situationen auf, die als Gewalt wahrgenommen werden können.

4.1 Pflegerische Handlungen und Schmerzen

Die physische Gewalt äußert sich nicht immer durch gezieltes schlagen, so dass  Patienten ebenso eine kraftvolle, unsensible oder gar gewaltsame Handlung als Gewalt wahrnehmen können, besonders wenn ihm dadurch Schmerzen zufügt werden.

So kann zum Beispiel das herunterdrücken der Extremitäten bei Lagerungsmaßnahmen oder der Körperpflege, damit der Patient in einer bestimmten Position verbleibt und um eine bestimmte Tätigkeit ausführen zu können, das Gefühl einer gewaltsamen Übernahme vermitteln. Umso mehr der Patient von der Pflegekraft fixiert wird, damit diese ihrer Arbeit nachgehen kann, desto mehr steigert sich die Abwehrreaktion des Patient gegenüber unserer Handlung, wodurch es in diesen Situationen schneller zu einer Eskalation kommen kann.

Schlägt ein Patient in diesen Situationen gezielt oder wild um sich, kann dies ein Zeichen für den Erhalt der Selbstbestimmung, Angst oder Schmerzen sein, weshalb die Hintergründe dieser Reaktion berücksichtigt werden müssen.

Hat der Patient bei vorherigen Lagerungsmaßnahmen bereits Schmerzen angegeben, so sollte vor Lagerung eine Schmerzmittelgabe erfolgen und bei der Lagerung selbst auf den Patient eingegangen werden.

4.2 Fixierung

Befindet sich der Patienten in Situation der Selbst- oder Fremdgefährdung, bedingt durch den Zustand des Delirs, dementieller oder psychischer Erkrankung, kann es unumgänglich sein, diese Patienten mittels Bauchgurt oder Handfixierungen am Bett zu fixiert. Durch die Fixierungen wird die Patientensicherheit gewährleistet und ungewollte Stürze oder Verletzungen vermieden. Jedoch schränken wir somit den Patienten in seinem Bewegungsdrang ein. Unter dem rechtlichen Aspekt sind Fixierungsmaßnahmen eine Freiheitsberaubung, die lückenlos dokumentiert und engmaschig kontrolliert werden muss, einer ärztlicher Anordnung und ab 72 Stunden einer richterlichen Genehmigung bedarf.

4.3 Ressourcen

Ressourcen, Wünsche und Bedürfnisse des Patienten müssen bei allen pflegerischen Tätigkeiten wie zum Beispiel der Körperpflege und Mobilisation genutzt und berücksichtigt werden. Tätigkeiten, welche der Patient selbst durchführen kann, sollten nicht selbstverständlich abgenommen werden, jedoch ist hier darauf zu achten, dass der Patient nicht überfordert wird.

4.4 Angriff an der Persönlichkeit

Wird der Patienten, beschuldigt, zeigen wir ihm gegenüber ein verachtendes, bloßstellendes Verhalten, missachten seine Privats-Intimsphäre oder beginnen ihn zu verniedlichen (Kosenamen wie Omi oder Opi) oder duzt ihn ohne sein Einverständnis, stellt es einen Angriff an der Persönlichkeit dar und der Patient fühlt sich provoziert oder nicht ernst genommen. Nicht selten entstehen dadurch aggressive Handlungen seitens des Patienten, die durch die Pflegekraft verursacht werden und einer Verhinderung dieser Situation bedarf. So ist der gegenseitig respektvolle Umgang unumgänglich.

4.5 Veränderte Situation/ Ausnahmesituation

Besonders wenn der Patient aufgrund des plötzlichen Ereignisses oder dem Krankheitsstadiums auf der Intensivstation behandelt werden muss, befinden sich die Angehörigen und der Patient selbst in einer Ausnahmesituation, die den Betroffenen viel abverlangt.

So können folgende Situationen für den Patienten entstehen.

→ Kontrollverlust des Tagesablauf / Tag-Nacht-Rhythmus

→ teilweiser Kontrollverlust der Selbstbestimmung/ Beschäftigung

→ eventueller Kontrollverlust der Geschäftsfähigkeit und Existenzängste

→ Beschränkte Kommunikationsmöglichkeit

→ Erhöhter Lärmpegel

→ Einschränkung der gewohnten Körperhygiene und des Toilettengangs

→ Beschränkte Bewegungsmöglichkeiten

→ Veränderte Essgewohnheit

→ Verlust der Privats-Intimsphäre

→ Angstgefühle

 

5. Mögliche Ursachen:

An dieser Stelle stellt sich die Frage warum eine Pflegekraft gewalttätig wird, denn keiner der sich den Beruf der Pflege ausgesucht hat, übt diesen aus, um anderen zu schaden.

5.1 Arbeitsbelastung und Zeitdruck

Durch strukturelle Gegebenheiten wie Dienstplangestaltung, Personalmangel entsteht Zeitdruck bei der Arbeit. Dieser Zeitdruck schürt Frustrationen und Stress, die sich wiederum in aggressiven Verhalten widerspiegeln können.

Arbeitgeber, Patienten, Angehörige, die Gesellschaft und die Pflegekraft selbst erwarten viel Wissen und Fertigkeiten, was den Leistungsdruck seitens des Pflegepersonal stark steigen lässt. Durch ein zu hohe Anspruchshaltung seitens der Anderen, kann sich bei der Pflegekraft ein Gefühl der Überforderung und Frustration entwickeln. Nicht nur die Anspruchshaltung Anderer kann ein Aspekt der Überforderung sein, auch die eigenen Vorstellungen und Ansprüche an die Arbeitsabläufe und Voraussetzungen spielen hier eine wichtige Rolle. An dieser Stelle stellt sich die Frage, warum muss der Frühdienst bis zum Mittag alle Patienten gewaschen haben, kann dies nicht auch im Spätdienst stattfinden? Warum das so ist, kann niemand wirklich beantworten, es wurde Jedem früher so beigebracht. Durch diese Situation setzt sich das Personal selbst unter einen zeitlichen Arbeitsdruck, dass gewisse Tätigkeiten bis zu einer bestimmten Uhrzeit erledigt sein müssen. Auch die steigenden Dokumentationsverfahren, stellen für das Pflegepersonal einen erhöhten Arbeits- und Zeitaufwand dar.

5.2 Schichtdienst

Der Schichtdienst der in Krankenhäusern vorzufinden ist, findet meist in einem mindestens drei Schichtsystem statt. So gibt es die Früh-, Spät- und Nachtschicht. In manchen Bereichen existieren zusätzlich noch weitere Zwischenschichten. Die Verschiedenen Schichten stellen durch ständiges Wechseln der Arbeitszeiten und teilweise kurzen Ruhepausen eine psychische Belastung und eine Einschränkung der Sozialen Kontakte und Aktivitäten dar. Häufig entstehen hierdurch Belastungen für den Körper, die sich auf den Magen-Darmtrakt, Herz-Kreislaufsystem, Immunsystem und die Psyche auswirken. So können zum Beispiel  Kopfschmerzen, Konzentrationsschwächen, Depressionen, erhebliche Magen-Darm-Beschwerden, Kreislauferkrankungen und gehäufte Infektionen entstehen. Nicht selten sind auch Schlafstörungen zu beobachten, vor allem bei regelmäßiger Nachtschicht.

Das Internationale Krebsforschungszentrum der Weltgesundheitsorganisationen fügte die Schichtarbeit (vor allem die Nachtschicht) 2007 der Liste für wahrscheinlich krebserregende Auslösungsfaktoren hinzu.

5.3 Kommunikation

Bei Sprachdifferenzen, kann es zu Kommunikationsproblemen kommen, welche das Gespräch untereinander erschweren und Probleme hervorrufen. Durch diese Kommunikationsprobleme entstehen Kommunikationsmissverständnisse, die nicht unbedingt einer Sprachdifferenz unterliegen, sondern einer schlechten Kommunikation zuzuordnen sind. Ist ein Kommunikationsmissverständnis entstanden, bedarf  es einer Klärung.

5.4 Umgang mit Kritik

Hinterfragen und kritisieren Patienten oder Angehörige das Handeln und die Fähigkeit der Pflegekraft, kann sich diese angegriffen fühlen. Kommt es durch diesen Angriff zu einer Überreaktion, entsteht schnell angespannte Situationen, die in Gewalt ausarten können, selbst wenn sich dies auf die verbale Gewalt beschränkt. Hier kann es vorkommen, dass die Pflegekraft den Patienten anders behandelt.

5.5 Psychische Belastung

Nicht selten werden wir in unserem Beruf mit schweren Schicksalsschlägen, verschiedenen Charakteren und für uns manchmal „schwierigen“ Patienten und Angehörigen konfrontiert. Hier muss festgehalten werden, dass es keine schwierigen Patienten gibt, sondern die Situation mit dem Patienten als schwierig erachtet wird.

Der Umgang mit bestimmten Situation stellt eine große Herausforderung an unsere Psyche dar, mit der jede Pflegekraft lernen muss, professionell um zu gehen. Das heißt, die Probleme und Sorgen des Patienten dürfen nicht mit nach Hause genommen werden.

Patienten können uns gegenüber ebenfalls aggressiv reagieren. In solchen Situationen ist es wichtig, unsere Selbstkontrolle zu wahren und unsere eigenen Reaktionen zu kontrollieren, um nicht mit Gegengewalt zu reagieren.

Aggressives Verhalten seitens des Patienten stellt für die Pflegekraft eine große psychische Belastung dar, da wir hier persönlich angegriffen werden. In unserem Beruf sind wir einer starken psychischen und emotionalen Belastung ausgesetzt, weshalb es nicht selten zu aggressiven Verhalten kommt, welches sich sowohl auf der physischen wie auf der psychischen Ebene äußert.

In seltenen Fällen kommt es vor, dass die Pflegekraft ein Machtgefühl verspürt und dies dem Patienten gegenüber ausnutzt. Macht wird als „Fähigkeit, auf andere Einfluss ausüben zu können, auch gegen deren Willen“ definiert.

 

6. Präventionsmaßnahmen

Das Wort Prävention, kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „zuvorkommen, verhüten“. Auch wenn verschiedene Definitionen existieren, weisen alle Gemeinsamkeiten auf.

Der deutsche Duden definiert es als „Vorbeugung, Verhütung (z. B. In Bezug auf eine Krankheit oder zur Verbrechensbekämpfung“ .

Präventionen können in größere Kategorien eingeteilt werden. Zum Einen in eine Zielgröße zum Anderen in den Zeitpunkt einer Maßnahme.

Bei dem Zeitpunkt der Maßnahmen handelt es sich um die Medizinische Sparte, bei der es um die Krankheitsfrüherkennung geht, wobei es sich bei der Zielgröße der Maßnahmen um das Verhalten dreht, das einem Anderem schadet.

Unsere Präventionsmaßnahmen müssen immer an der Wurzel der Ursache beginnen, sind diese bekannt, können wir sie auch beeinflussen.

Um Gewalt in der Pflege zu vermeiden, müssen die Präventionsmaßnahmen bei uns selber statt finden und auf unser Verhalten gegenüber dem Patienten achten.

Wir müssen uns selbst bewusst werden, ob oder wann Gewalt angewendet wird. Wichtig ist hier eine ehrliche Selbstreflexion.

Nicht nur die Selbstreflexion, sondern auch die Fremdreflexion im Team ist ein wichtiger Aspekt der Gewaltverhütung.

6.1 Verständnis

Unter Verständnis wird das verstehen von Sachverhalten und deren Inhalte bezeichnet. Es ist die Fähigkeit, Zusammenhänge zu verstehen.

Wichtig ist, den Patienten im Ganzen zu sehen und verstehen. Der Patient auf Intensivstation befindet sich in einer für ihn betreffenden Ausnahmesituation. Zu dem Ereignis, plötzlich sehr krank und aus der vertrauten Umgebung gerissen zu sein, kommen von Seiten des Patienten Existenzängste hinzu, auf Hilfe angewiesen und in der eigenen Bewegung eingeschränkt zu sein. Durch die lebenswichtigen Überwachungsmaßnahmen, die aus pflegerischer und medizinischer Sicht unumgänglich sind und von uns angelegt werden, schränken wir den Patient nochmals sehr stark ein. Hier muss dem Patienten die Situation und Wichtigkeit der Maßnahmen erklärt werden.

Zusätzlich müssen wir dem Patienten gegenüber Interesse und Verständnis zeigen, auf seine Bedürfnisse eingehen und ihm zuhören. Hiermit vermitteln wir dem Patienten das Gefühl, wahr und ernst genommen zu werden, wodurch sich die psychische Gewalt vermeiden lässt.

6.2 Selbsterfahrung

Bei der Selbsterfahrung geht es um, das Verstehen und kennenlernen von Situationen, sich selbst oder ein Ereignis selbst bereits empfunden zu haben.

Um das oben genannte Verständnis zu erlangen, kann der Versuch sich in die Situation des Patienten hineinzuversetzen hilfreich sein, um dessen Reaktion besser zu verstehen. Hierbei sind Situationen gemeint, die von der Pflegekraft hervorgerufen sind. So sollte sich jeder die Frage stellen, wie es ist, an Kabeln angeschlossen zu sein, von einer fremden Person gewaschen zu werden, eine Bettpfanne zu benutzen oder auch nur auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Kann man sich nicht in die Situation hineinversetzen, so hilft die Selbsterfahrung durch ausprobieren. Hierdurch kann das Verständnis für den Anderen gestärkt werden.

6.3 Kontrolle bewahren

Bei der Kontrolle wird überprüft, ob alles in Ordnung oder richtig ist.

In Konfliktsituationen mit Patienten und Angehörigen, darf das Verhalten nicht persönlich genommen werden, auch wenn es in manchen Situationen schwierig ist, vor allem bei körperlichen oder verbalen Angegriffen. Hier müssen wir ruhig bleiben und unsere Reaktionen bewusst kontrollieren, um emotionale Ausbrüche zu vermeiden. So kann in diesen Situationen zum Beispiel mehrmalig tiefes durchatmen, das Verlassen des Raumes, bewusstes kontrollieren unserer Körpersprache und Körperhaltung, wie Gestik, Mimik, unsere Sprach- und Tonwahl und das aufrecht halten des Blickkontaktes, eine Eskalation vermeiden.

6.4 Professionalität

Wird von Professionalität gesprochen, ist ein hohes Maß an Fähigkeiten und Kenntnissen gemeint. Distanzen werden gewahrt und bestehende Kenntnisse können umgesetzt werden.

Reagiert der Patient uns gegenüber aggressiv, müssen wir uns unsere Professionalität wahren und unserem Gegenüber stets freundlich und höflich gegenüber treten. Für unprofessionelles Verhalten dem Patienten gegenüber, ist es hilfreich, sich zu entschuldigen.

Damit unprofessionelles Handeln und Verhalten vermieden wird, müssen wir erst nachdenken, bevor wir etwas sagen. Hierbei ist es wichtig, darauf zu achten, was und wie wir etwas sage, da der selbe Satz in unterschiedlicher Tonlage die Situation erheblich verbessern oder verschlechtern kann.

Ebenso ist es wichtig, vor seiner Handlung, erst zu denken und dann zu handeln, um körperliche Gewalttaten zu vermeiden.

An dieser Stelle kann das 7 Stufenmodel für Reklamation angewendet werden.

→ Stufe 1 Aktives Zuhören

Den Betroffenen persönlich ansprechen, Blickkontakt halten, aussprechen lassen, Zeit nehmen.

→ Stufe 2 Verständnis zeigen

Das Anliegen muss ernst genommen werden.

→ Stufe 3 Entschuldigen

Eine ehrlich gemeinte Entschuldigung ist wichtig.

→ Stufe 4 Nachfragen

Für ein besseres Verständnis oder um Unklarheiten aus dem Weg räumen zu können.

→ Stufe 5 Bedanken

Durch das Bedanken für eine Beschwerde, wird die Professionalität gezeigt.

→ Stufe 6 Gemeinsame Lösung suchen

Durch eine gemeinsame Lösungsfindung, wird der Patient oder Angehörige in den Prozess mit einbezogen.

→ Stufe 7 Handeln

In der letzten Stufe des Handels wird die Situation verändert.

6.5 Höflichkeit/Freundlichkeit

Ein Synonym für Höflichkeit, ist unter anderem Freundlichkeit. Durch dieses Verhalten wird dem Gegenüber Respekt gezeigt.

Auch in schwierigen Situationen mit dem Patienten, muss die Pflegekraft stets eine höfliche Umgangsform wahren und manchmal ein Lächeln zeigen, selbst wenn ihr nicht danach ist.

Diese Verhaltenskontrolle wird auch als Emotionsarbeit bezeichnet, die in zwei Emotionsarten unterteilt werden kann.

Die Soziologin Arlie R. Hochschild beschrieb 1983 zwei Emotionsarten:

→ Surface Acting

→ Deep Acting

Bei Surface Acting handelt es sich um die Anpassung des oberflächlichen Erscheinungsbildes. Dass heißt, wir verändern unsere emotionale Erscheinung nach außen hin, sind freundlich und lächeln, jedoch bleiben unsere emotionalen Gefühle unverändert. Folglich werden unsere Gefühle lediglich unterdrückt.

Entgegengesetzt wird beim Deep Acting unsere emotionale Empfindung verändert. In solchen Situationen werden die negativen Gefühle abgelenkt, indem wir uns positive Gedanken machen. So kann in dieser Situation der Gedanke an einen schönen Urlaub hilfreich sein und unsere Stimmung aufhellen.

6.6 Bewusst werden

Bei Bewusstsein handelt es sich um, willen- oder wissentliche Handeln.

Gewalttaten, egal auf welcher Ebene sie statt finden, sind meist unbewusste Taten und obwohl dem Patienten nicht geschadet werden soll, entstehen solche Situationen. Die meisten Pflegekräfte haben sich bisher zu wenig Gedanken über das Thema gemacht und sind sich nicht bewusst darüber, auf welche verschiedene Arten sich Gewalt gegenüber dem Patienten äußern kann. Deshalb ist es wichtig, dass sich jede Pflegekraft Gedanken macht, was Gewalt für den Patienten bedeutet und wie sie sich äußert.

Sind wir uns erst mal im Klaren darüber, was für den Patienten als Gewalt empfunden werden kann, so können wir gegensteuern und die gewaltauslösenden Faktoren vermeiden.

So kann das missachten der Privat- oder Intimsphäre für den Patienten Gewalt bedeutet.  Erst wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir dies vermeiden und dem Patienten das Gefühl von Wertschätzung und Achtung vermitteln.

6.7 Ressourcen nutzen

Bei Ressourcen handelt es sich um Fähigkeiten, die ein Mensch besitzt, um Dinge durchzuführen.

Werden Ressourcen des Patienten genutzt, ihm Selbstbestimmung gewährt, indem es ihm zum Beispiel überlassen wird, wie er liegen möchte, fördern wir, das Gefühl der Wertschätzung, Mitgefühl und Verständnis gegenüber dem Patienten.

Überlassen wir dem Patienten einen Teil seine Selbstbestimmung, müssen wir darauf achten, die Ressourcen zu nutzen, den Patienten jedoch nicht zu über- oder unterfordern.

Hier muss immer der Nutzen für die Ressourcennutzung abgewogen werden. Wir als Pflegekräfte müssen darauf achten, vorhandene Ressourcen sinnvoll und effektiv einzusetzen, ohne dass der Patient sich bevormundet fühlt. Eine erweiterte Unterstützung oder Abnahme einer Tätigkeit kann sinnvoll sein, wenn dem Patienten dadurch geholfen wird, unnötige Überanstrengung zu vermeiden.

6.8 Kommunikation

Die Kommunikation ist ein wichtiger Punkt im Umgang mit Patienten und Angehörigen.

Paul Watzlawick hat 5 Grundregeln der Kommunikation aufgestellt, die im Umgang mit anderen Menschen zum Tragen kommen und angewendet werden.

1. Man kann nicht nicht kommunizieren

Als Erstes nennt Paul Watzlawick den Punkt, das jeder kommuniziert, er sagt:

„Man kann nicht nicht kommunizieren, denn jede Kommunikation (nicht nur mit Worten) ist Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann, kann man nicht nicht kommunizieren.“

Er meint hiermit, dass auch wenn wir nichts sagen, ist unsere Körpersprache genauso eine Form der Kommunikation wie Worte.

2. Inhalts- und Beziehungsaspekte der Kommunikation

„Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei letzterer den ersten bestimmt.“

Die Aufgabe des Inhaltes ist die Vermittlung von Informationen, wo hingegen es bei der Beziehungsebene um die zwischenmenschliche Beziehung geht, wie Information aufgenommen und gewertet werden. So kann der Tonfall oder die Gestik und Mimik von dem Gegenüber unterschiedliche Reaktionen und Empfindungen hervorrufen.

3. Wirkung und Ursache

„Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.“

Paul Watzlawick will hiermit ausdrücken, dass die Kommunikation in einem Kreislauf stattfindet. Hier entsteht durch ein Reiz eine Reaktion und durch eine Reaktion ein Reiz.

4. Analoge und digitale Modalität                                                                                   Die Analoge Modalität beinhaltet die optische Objektivität und die digitale Modalität die verbalen Äußerungen mit inhaltlichen Aspekten.

5. Symmetrische oder komplementäre Kommunikation

„Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichgewicht oder Unterschiedlichkeit beruht.“

Bei der symmetrischen Kommunikation befinden sich beide Gesprächspartner auf der selben Ebene, wohingegen sich die Gesprächspartner bei der komplementären Kommunikation auf unterschiedlichen Ebene befinden und Einer von Beiden dominanter ist.

Sind diesen Grundregel der Kommunikation bekannt, so können sie eingesetzt werden.

6.9 Strukturelle Veränderungen

Eine strukturelle Veränderung kann sich positiv auf das Verhalten und Wohlbefinden der Pflegekraft auswirken und soll eine Entlastung darstellen.

Strukturelle Veränderungen können wie folgt aussehen und unterteilt werden:

→ Arbeitszeitmodell

Splitten der Nachtschicht in zwei Dienstzeiten, verkürzte Arbeitszeiten von 6 Stunden, Frühdienst 5- 11Uhr und 7-13 Uhr, Spätdienst 12:30-18:30 Uhr , Nachtdienst 18-24 Uhr und von 23:30-5:30 Uhr, eine 5 Tage Woche, regelmäßiger Freizeitausgleich von mindestens 3 Tagen, zusammenhängende Arbeitsblöcke von max. 7 Tagen am Stück, kürzere Nachtdienstblöcke von 2 Tagen.

→ Personalmanagement

Maximal 2 Patienten pro Pflegekraft in jeder Schicht, über 80% fach weitergebildetes Personal, pro Schicht nur ein bis zwei Mitarbeiter ohne Fachweiterbildung (bei einer 10 Betten Intensivstation), Hilfspersonal für Apothekenbestellungen und organisatorische Aufgaben.

→ Teampflege

Festgelegte Uhrzeit pro Schicht für ein Team time out, regelmäßige Teamaktivitäten wie zum Beispiel Ausflüge, Abends etwas trinken oder essen gehen und Supervisionen,

6.10 Selbstpflege

Dorothea Orem definiert Selbstpflege als: „die freiwillige Produktion und Ausübung von Handlungen, die auf die eigene Person oder die eigene Umgebung gerichtet sind, um die eigene Funktion und Entwicklung zu regulieren und um Leben, Gesundheit und Wohlbefinden anzustreben. Selbstpflege ist die Gesamtheit aller Handlungen um für sich selbst sorgen zu können. Ein Selbstpflegedefizit entsteht, wenn die Selbstpflegefähigkeit eines Menschen geringer ist, als sein Pflegebedarf.“

Des weiteren wird es definiert als Verantwortung für den eigenen Körper zu übernehmen.

Erst wenn wir uns gut/wohl fühlen, dann erst können wir Patienten gut versorgen und pflegen.

Jeder Mensch ist sich bekanntlicher Weise selbst am nächsten und somit ist es sehr wichtig, an sich selbst zu denken und auch zu pflegen.

So kann es hilfreich sein, Zeit für sich selbst einzuplanen, in der man macht was und wie lange man möchte. Ob dies alleine oder mit Anderen ausgeübt wird, bleibt jeden selbst überlassen. Auch kann das genießen von Lebensmittel oder Sonstigen das Lebensgefühl verbessern.

Da der Beruf der Pflege oftmals mit Stress verbunden ist, ist Stressabbau ein weiterer wichtiger Aspekt der Selbstpflege.

Hier stellt sich jetzt die Frage: Wie schaffe ich es, entspannter und stressfreier zu sein und somit jegliche Form der Gewalt zu vermeiden?

Es ist wichtig, dass sich jeder einen privaten Ausgleich sucht und seinen Körper pflegt. Was für den Einen das auspowern beim Sport ist, ist für den Anderen das Ausschlafen oder Entspannung durch Yoga, Meditation oder autogenes Training.

Wichtig hierbei ist, dass es regelmäßig und nicht nur sporadisch angewendet wird.

Auch wenn man wütend oder sauer ist, kann es hilfreich sein, alles aufzuschreibt und so seiner Wut freien lauf zu lassen.

Zusätzlich sollten sozialen Kontakte gepflegt werden, denn wer zu wenig soziale Kontakte außerhalb seiner Arbeitsstelle hat, der verfällt schneller in Depressionen, die sich dann wiederum in Gewalt äußern können.

Vertraut man sich mit seinen Probleme und Sorgen einer Person seines Vertrauens an, kann das Wohlfühlgefühl gesteigert werden.

Alle Probleme und Sorgen für sich zu halten, führt auf kurz oder lang zu Depressionen, aggressiven Verhalten oder gar zu einem Burnout.

Die Umsetzung der Selbstpflege bleibt Jedem selbst überlassen.

 

7. Fazit

Nachdem ich lange recherchiert und nachgeschlagen habe, möchte ich zu meiner Facharbeit mit dem Thema „Gewalt in der Pflege/ auf der Intensivstation“ Stellung nehmen.

Während meinen Recherchen, bin ich auf viele Artikel und Bücher gestoßen, bei denen es sich um Gewalt handelt. Jedoch ging es hierbei meist um Gewalt von Patienten ausgehend. Vor allem ist mir aufgefallen, dass es sich in vielen existierenden Büchern, um gerontopsychiatrische Patienten handelt, die Gewalt ausüben und wie die Pflegekräfte mit diesen Patienten und den Situationen umgehen können. Obwohl einiges auf unseren Tätigkeitsbereich auf der Intensivstation angewendet werden kann, waren diese Bücher für mich nicht sehr hilfreich, da ich über unser Handeln schreiben wollte, wie wir es beeinflussen und verändern können und welche Präventionsmaßnahmen für Gewalt existieren.

Durch meine Recherchen habe ich mir viele Gedanken gemacht, in welcher Situation sich der Patient befindet, was dies für ihn bedeutet und welche Situationen er als Gewalt empfinden kann. Durch meine Überlegungen, ist mir bewusst geworden, dass wir uns viel zu wenig mit der Situation des Patienten beschäftigen, wie er vorher gelebt hat oder in welchen Gruppen er integriert war. Wir beschäftigen uns zwar mit der Situation, dass der Patient krank ist und wir im Helfen wollen, wieder gesund zu werden, aber wer macht sich darüber Gedanken, wie der Patient vor dem Ereignis gelebt hat, in welchen Gruppen er integriert war und in wie fern wir ihm mit unserem Handeln einer Gewaltform aussetzen.

Diese Gedankengänge haben mich dazu angehalten, mich an Alltagssituation zu erinnern, in denen der Patient Gewalt empfinden kann und musste feststellen, dass es bei jeder pflegerischen Tätigkeit dazu kommen kann. Nachdem ich meine Facharbeit beendet habe, komm ich zu dem Entschluss, dass es sehr wichtig ist, dass wir uns darüber Gedanken machen, dass die kleinsten Handlungen bereits als Gewalt empfunden werden können.

Da sich die Gewalt nicht immer nur auf der physischen Ebene widerspiegelt, sondern auch auf der psychischen Ebene, finde ich es durchaus sinnvoll, dass sich jede Pflegekraft darüber bewusst wird, was und wie sie handelt.

Haben wir uns über die Gewaltbedeutung Gedanken gemacht und wissen welche Möglichkeiten existieren, um dies zu vermeiden, so können wir der Gewalt in der Pflege gegensteuern.

Neben dem gewaltfreiem Umgang mit den Patienten finde ich die Selbstpflege einen sehr wichtigen Punkt. Denn wenn wir als Pflegekraft entspannter und gelassener sind, gehen wir ganz anders mit der Belastung unseres Berufes um und können uns unsere Professionalität wahren.

Abschließend möchte ich bemerken, dass die Gewalt in der Pflege weiterhin als Tabu behandelt wird und erst dann in die Öffentlichkeit tritt, wenn es zu Tötungsdelikten oder sonstigen kommt. Ich erachte es durchaus als sehr wichtig, dass über das Thema gesprochen und eine Transparenz geschaffen wird. Vor allem im Team sollten wir darüber sprechen und auch unsere Kollegen darauf hinweisen können, wen sie eine Form der Gewalt ausgeübt haben und ihnen Möglichkeiten aufweisen, dies zu vermeiden.

 

8. Literaturverzeichnis

➢  Buch „Der schwierige Patient“ von dem Psychotherapeuten Gert Kowarowsky, Kohlhammer Verlag, 2. Auflage 2011

➢  Buch „Prävention von Aggression und Gewalt in der Pflege“  Schlütersche Verlag, 3. Auflage 2012

➢  Buch „Prophylaxe in der Pflege“ von Ulrich Kamphausen, Kohlhammer Verlag, 7. Auflage 2011

➢  http://www.bva.at/portal27/portal/bvaportal/channel_content/cmsWindow?action=2&p_menuid=56758&p_tabid=6&p_pubid=72824

http://www.definitionen-jura.de/strafrecht_gh.html

➢  http://de.in-mind.org/article/emotionsarbeit-was-ein-laecheln-kosten-kann

➢  http://de.wikipedia.org/wiki/Dorothea_Orem

➢  http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6flichkeit

➢  http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4vention

➢  http://de.wikipedia.org/wiki/Profi

➢  http:de.wikipedia.org/wiki/stress

➢  http://de.wikipedia.org/wiki/stressmanagement

➢  http://de.wiktionary.org/wiki/Macht

➢  http://www.dg-pflegewissenschaft.de/pdf/PfleGe0201schreiner.pdf

http://www.drdutschmann.de/Gewalt.html

http://www.duden.de/rechtschreibung/Aggression

http://www.duden.de/rechtschreibung/Freundlichkeit

http://www.duden.de/rechtschreibung/Hoeflichkeit

➢  http://www.duden.de/rechtschreibung/Praevention

http://www.duden.de/rechtschreibung/Selbsterfahrung

http://www.duden.de/rechtschreibung/Selbstschutz

http://www.gesetze-im-internet.de

➢  http://www.gesundheit.de/medizin/alter-und-pflege/pflege-und-wohnen/gewalt-in-der-pflege

➢  http://www.gesundheitsamt-bw.de/oegd/Gesundheitsthemen/Praevention/Seiten/default.aspx

http://www.gewalt-online.de

http://www.jurawiki.de/DefinitionGewalt

➢  http://www.lebenshilfe-abc.de/stressbewaeltigung.html

➢  http://www.paulwatzlawick.de/axiome.html

http://www.pflege-abc.info/pflege-abc/artikel/gewalt_in_der_pflege.html

➢  http://www.pflege-shv.de/index.php?page=gewalt

http://www.pflegewiki.de/wiki/Aggression

http://www.pflegewiki.de/wiki/Gewalt

http://www.potsdam.ihk24.de/linkableblob/1077136/data/Vortrag_Kirsch-data.pdf

➢  http://projekt-gewalt.beepworld.de/files/TheorienM.Benz/aggressiongewalt.pdf

http://www.soziales.bremen.de/sixcms/media.php/13/Gewalt%20in%20Pflege%20und%20Betreuung.pdf

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/tuecken-der-nachtarbeit-irgendwann-macht-der-koerper-schlapp-a-756417.html

http://www.stgb.de

https://www.thieme.de/statics/dokumente/thieme/final/de/dokumente/tw_aerzte-in-weiterbildung/Fixierung_von_Patienten_Lege-artis.pdf

 http://www.wortbedeutung.info/Kontrolle

http://www.wortbedeutung.info/Mitgefühl

http://www.wortbedeutung.info/Verst%C3%A4ndnis

➢  http://www.zeitblueten.com/news/stressmanagement-entspannungstipps

 

9. Erklärung

Hiermit bestätige ich, dass ich meine Facharbeit selbständig anhand  von Recherchen und ohne unzulässige Hilfe verfasst habe.

 

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