Fachschulstudium Krankenpflege in der DDR

Bei der Ausbildung zur Krankenschwester/pfleger in der DDR handelte es sich um ein Fachschulstudium.
Als Voraussetzung brauchte man einen guten bis sehr guten Abschluss der 10.Klasse der POS (=mittlere Reife).
Wie ich durch verschiedene Krankenschwestern erfahren habe, gab es Unterschiede bei der Praxis/Theorie Verteilung.
Entweder 4 Wochen Theorie und 4 Wochen Praxis oder 2 Wochen Theorie und 2 Wochen Praxis.
In den Praxiswochen gab es meist einen Theorietag, den berufspraktischen Unterricht.
Theoriefächer: Anatomie,Physiologie, Grundlagen der med. Biochemie, allgemeine Pathologie, Mikrobiologie, Pädiatrie, Infektionslehre, Medizintechnik, Ernährungslehre, Arzneimittellehre, Neurologie/Psychiatrie, Gynäkologie, Chirurgie, Med.Schutz der Bevölkerung,Erste Hilfe, Materialismus/Leninismus, Russisch, Krankenpflege und noch einiges mehr.
Ab dem 5. Semester war man fast nur noch in der Praxis.Es gab noch einen theoretischen Block. Ab dem 6. Semester wurde man dann auf der Prüfungsstation eingesetzt.
Während der gesamten Zeit gehörte natürlich auch der Schichtdienst dazu.

Nun zum Grund dieses Artikels. Bei der Sichtung der Rentenkontenmitteilung wurde mir klar dass diese 3 jährige Berufsausbildung nicht berücksichtigt wird, da es sich um ein Studium handelt bei dem ein Stipendium gezahlt wurde und keine Rentenbeiträge abgeführt wurden.(Antwort Rentenkasse) Das bedeutet wohl dass jeder Krankenschwester/Pfleger mit einer Berufsausbildung in der ehemaligen DDR 3 Jahre an der angerechneten Rente fehlen.
Hat jemand schon zu diesem Thema recherchiert und kann weiterhelfen?
Wir wären für jegliche Infos dankbar. Vielleicht hat auch noch jemand die Stundenaufteilung im Kopf?

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Cyberfussel

Veröffentlicht von

Bis 1989 Rettungsdienst (SMH) in Halle/Saale. In der Pflege seit 1990. 1995 Fachausbildung AI.

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Es ist eine Schweinerei das wir diese Zeit nicht anerkannt bekommen, eine Ausbildung im Westen haetten wir fuer die Rente angerechnet bekommen. Wir sind wieder einmal die Gelackmeierten. Baujahr 1960,1961 sind nur in den ar… gekniffenen, Verdienst ist schlecht, Arbeitsbedingungen auch, das ist der Dank das man fuer andere da ist und arbeitet. Ich bin gerne Krankenschwester, aber den Beruf wuerde ich keinen empfehlen. Wir haben ueber ein Dreiviertel der Zeit beim Patienten gearbeitet und haben im grunde genommen weniger verdient wie die Schulkameraden die nur 2 Jahre gelernt haben. Sie hatten zwar nur 70-100 mark pro Monat in den ersten 2 Jahren wir 160 Mark, Schulbuecher ca 250 Mark Ausgaben, z.b. Marxismus/Leninismus (Schwachsinn), im jahr. Aber nach dem 3 Jahr ihr Gehalt und wir Studiengeld. Ich bekam im 3.Lehrjahr mein erstes Kind, habe also nur 1,5 monate ausgesetzt weil kein Krippenplatz frei war, bekomme aber trotzdem alles abgezogen obwohl wir im letzen 3/4 jahr nur noch in der Praxis waren. Es fehlen mir 3 Jahre. Im Westen hatten wir das 5-6 fache verdient es nannte sich Fachstudium es ist aber nur eine Lehre wie im Westen. 2 Jahre vor meiner Zeit war es auch nur eine Lehre im Osten. Wie heut zur Tage. Wie dieser Staat es moechte eine Auslegung, aber es aergert mich, es wird nicht mehr lange dauern wahrscheinlich wenn ich Hilfe benoetige ist keiner mehr da, armes Deutschland. Ich hoffe dieses Deutschland wacht irgendwann auf und wuerdigt diese Generation auch. Wenn Steine sauberer aus dem Weltkrieg waren, diese Generation hatte es noch schwerer. Gruss Heike
    h w

  2. Ob mann zwei Jahre oder 3 Jahre lernt scheint der Rentenversicherung egal. Fakt ist aber das mann egal ob 2 Jahre oder 3 Jahre Ausbildung macht, man schon richtig mitarbeiten mussten. Im 3. Ausbildungsjahr sogar schon fast eine Vollzeitkraft ersetzte und dafür werden die 3jährigen examinierten bei der Rentenberechnung auch noch bestraft. Arbeiten wie die grossen, aber Geld verdienen wie die Kleinen.

  3. Auch ich gehöre zu den Betroffenen,die das “Pech”haben,ein so genanntes “mittleres medizinisches Fachschulstudium” zur Krankenschwester in der ehemaligen DDR absolviert haben. Geboren 1960,Fachschulstudium von 1977 bis 1980. Da in dieser Zeit keine Rentenbeträge abgeführt wurden,MUSS auch ich bis 2027 arbeiten,um 45 Jahre voll zu bekommen. Im letzten Jahr der Ausbildung wurden wir größtenteils schon voll im 3-Schicht-Dienst eingeteilt.
    Neben der Tatsache,das man als ehemaliger DDR Bürger oft belächelt wird,wenn man erwähnt,ein Fachschulstudium absolviert zu haben(schließlich hat man ja kein Abi,also kann man auch nicht studiert haben-so das häufige Argument)finde ich die Tatsache erschreckend und erniedrigend,das die jahrelange Schichtarbeit(das gilt auch für andere Berufsgruppen)überhaupt keine Würdigung findet,obwohl allgemein bekannt ist,das Schichtarbeit sich auf die Dauer Lebensverkürzend auswirkt. Ich habe den größten Teil meines bisherigen Arbeitslebens, bis heute, auf Intensivstationen verbracht und das mit Freude und Leidenschaft. Wenn ich aber jeden Tag fühle,welche körperlichen Auswirkungen das hat,fällt es schwer zu wissen,das ich das bis 67 tun soll. Wahrscheinlich dann mit Rollator zum Nachdienst….. Natürlich könnte und muß man wohl darüber nachdenken,keine Schichten mehr zu arbeiten,oder verkürzt zu arbeiten,oder auch nicht mehr im stationären Bereich zu bleiben. Aber ich arbeite so gern auf der Intensivstation,das war und ist mein Traum und ich bin Alleinverdiener. Mir einen Wechsel vorzustellen,fällt mir schwer,zumahl das natürlich auch finanzielle Einschnitte bedeutet und damit natürlich auch irgendwie eine Minderung der Lebensqualität.
    Hinzu kommt bei mir eine Krebserkrankung von 2010,bei der nach 5 Jahren der GdB von 60 wieder aberkannt wurde. Ich hatte vorher wenigstens noch 5 Tage Urlaub mehr. Aber schließlich ist man ja wieder “gesund”. Psychische und physische Folgen einer Chemo und der Bestrahlung interessieren die Ämter einen Dreck.
    Nein,eine “Wertschätzung” für unseren Beruf sucht man leider in der Politik vergebens. Da besteht DRINGEND Handlungsbedarf,auch um diesen schönen Beruf wieder attraktiv zu machen(siehe Pflegenotstand)
    Ich persönlich profitiere jeden Tag von der Dankbarkeit meiner Patienten und deren Angehörigen. Erwarte und fordere aber auch endlich eine Anerkennung und Wertschätzung von offiziellen Seiten für alle Menschen,die im Schichtdienst arbeiten,denn ohne uns wäre die Gesellschaft arm dran!

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